WEEKLY Zusammenfassung (Jan-Jun 19)

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Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY – eurer queeren Übersicht.

In dieser Queerzeit geben wir euch nochmal einen ausgewählten Überblick über all das, was weltweit in den Monaten Januar bis Mai in der LSBTIQ* Community passiert ist. Fangen wir also gleich an!

© PUS House Office of Photography

Zum Jahresbeginn gab es einen Wandel sowohl in der deutschen, als auch in der amerikanischen Politik: Jared Polis wurde als 43. Gouverneur von Colorado vereidigt. Er ist damit nicht nur der erste offen schwule Regierungschef eines amerikanischen Bundesstaates, sondern auch der erste jüdische Gouverneur in Colorado.

Fast zeitlich hatte sich Tessa Ganserer, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als trans Frau geoutet, nachdem sie zwei Monate zuvor das erste Mal öffentlich bekannt gab, schon seit zehn Jahren von ihrer Transgeschlechtlichkeit Kenntnis genommen zu haben. Sie kritisiert neben der Bürokratie um die Personenstandsänderung auch die eigene Kostenübernahme bei Hormonbehandlungen oder ähnlichen (schönheits-)chirurgischen Eingriffen und die Pathologisierung von trans Personen.

Modisch ging es um Februar weiter, denn in Ungarn zierte die erste trans Frau das Cover der ungarischen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Elle”. Das Magazin veröffentlichte zudem ein ausführliches Interview, in dem das in Berlin lebende Model Adél Onodi (22) über Transfeindlichkeit und ihre Pläne als Schauspielerin und Sängerin spricht.

Neuigkeiten gab es zudem auch aus der Schweiz: Der Fachausschuss für Justizfragen im schweizerischen Nationalrat hatte mit 19 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlauben soll. Bislang war es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz nur möglich, sich miteinander zu verpartnern.

Mitte März hat sich Amerika mal wieder von seiner besten Seite gezeigt: Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Alle trans Personen müssten ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden – Außer sie verstecken ihre Transgeschlechtlichkeit. Entsprechend laut war das Echo auf Sozialen Medien und auch aktivistische Gruppen in Amerika haben diese Regelung stark verurteilt. Gekippt wurde sie dennoch nicht.

In Hamburg gab es allerdings erfreulichere Nachrichten für unsere trans Geschwister: Die Grünenpolitikerin Katharina Fegebank übernahm die Schirmherrschaft für das weltweit erste transgender Tanz-Ensemble “Transparence Theatre”. Das Projekt wurde 2016 gegründet – unter anderem auch deswegen, weil Gründungsmitglied Aline de Oliveira nach ihrer medizinischen Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Auch Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt!
Die für den CSD installierten gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren werden in Zukunft eine Dauereinrichtung in der Kölner Innenstadt sein.

Natürlich ist auch im April einiges passiert.
In Berlin bekam die lesbische Initiative Rad und Tat nach Jahren nun doch ein Haus zugeschrieben. Geplant für das Haus sind 67 Mietwohnungen, ein Kiez-Café, Beratungsräume und auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. In drei Jahren dann soll das Haus fertiggestellt werden.

Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya
Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya (© flickr.com | Citizen59 | CC BY-SA 2.0)

Der Mai war mindestens genauso turbulent.
Seit März nun streitet sich die intergeschlechtliche Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya mit dem Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) und dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF), da diese sie zu einer Hormontherapie zwingen wollen. Ihre Testosteron-Werte seien zu hoch, um weiterhin bei Rennen in der Frauenkategorie antreten zu können; diese würde zu einem Wettbewerbsvorteil führen, weswegen Caster Semenya nun mit einer Hormontherapie ihre Testosteron-Werte senken soll. Natürlich lehnt sie dies ab. Die Diskriminierung und das Herumdoktern an den Körpern von inter Personen hält also immer noch an; drücken wir die Daumen, dass Caster Semenya schlussendlich doch noch vor Gericht gewinnt und ihre Autonomie über ihren Körper behalten kann.

In Italien gibt es jetzt in einer 3700 Seelen-Gemeinde einen transgeschlechtlichen Bürgermeister – und das in einem Ort, in dem die Rechtsaußenpartei Lega von Innenminister Matteo Salvini dominiert. Gianmarco Negri gewann die Abstimmung in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tromello in der Lombardei. Der 40-jährige Anwalt setzte sich bei der Kommunalwahl am Sonntag mit mehr als 37 Prozent der Stimmen gegen den Bürgermeisterkandidaten der Lega durch. Er sei der erste trans Bürgermeister des Landes, twitterte der Sprecher des Homosexuellenverbandes Gay Center.

Wunderbar war auch, dass in Taiwan als erstem asiatischen Land nun die Ehe für alle geöffnet wurde! Herzlichen Glückwunsch dazu!

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Queerzeit

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Über die Rolle von Lesben in der Community Sitzen zwei Homosexuelle im Flugzeug. „Bestimmt haben sich jetzt alle zwei Männer vorgestellt“, sagt die eine. „Und

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Zum Jahresbeginn gab es einen Wandel sowohl in der deutschen, als auch in der amerikanischen Politik: Jared Polis wurde als 43. Gouverneur von Colorado vereidigt. Er ist damit nicht nur der erste offen schwule Regierungschef eines amerikanischen Bundesstaates, sondern auch der erste jüdische Gouverneur in Colorado.

Fast zeitlich hatte sich Tessa Ganserer, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als trans Frau geoutet, nachdem sie zwei Monate zuvor das erste Mal öffentlich bekannt gab, schon seit zehn Jahren von ihrer Transgeschlechtlichkeit Kenntnis genommen zu haben. Sie kritisiert neben der Bürokratie um die Personenstandsänderung auch die eigene Kostenübernahme bei Hormonbehandlungen oder ähnlichen (schönheits-)chirurgischen Eingriffen und die Pathologisierung von trans Personen.

Modisch ging es um Februar weiter, denn in Ungarn zierte die erste trans Frau das Cover der ungarischen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Elle”. Das Magazin veröffentlichte zudem ein ausführliches Interview, in dem das in Berlin lebende Model Adél Onodi (22) über Transfeindlichkeit und ihre Pläne als Schauspielerin und Sängerin spricht.

Neuigkeiten gab es zudem auch aus der Schweiz: Der Fachausschuss für Justizfragen im schweizerischen Nationalrat hatte mit 19 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlauben soll. Bislang war es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz nur möglich, sich miteinander zu verpartnern.

Mitte März hat sich Amerika mal wieder von seiner besten Seite gezeigt: Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Alle trans Personen müssten ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden – Außer sie verstecken ihre Transgeschlechtlichkeit. Entsprechend laut war das Echo auf Sozialen Medien und auch aktivistische Gruppen in Amerika haben diese Regelung stark verurteilt. Gekippt wurde sie dennoch nicht.

In Hamburg gab es allerdings erfreulichere Nachrichten für unsere trans Geschwister: Die Grünenpolitikerin Katharina Fegebank übernahm die Schirmherrschaft für das weltweit erste transgender Tanz-Ensemble “Transparence Theatre”. Das Projekt wurde 2016 gegründet – unter anderem auch deswegen, weil Gründungsmitglied Aline de Oliveira nach ihrer medizinischen Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Auch Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt!
Die für den CSD installierten gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren werden in Zukunft eine Dauereinrichtung in der Kölner Innenstadt sein.

Natürlich ist auch im April einiges passiert.
In Berlin bekam die lesbische Initiative Rad und Tat nach Jahren nun doch ein Haus zugeschrieben. Geplant für das Haus sind 67 Mietwohnungen, ein Kiez-Café, Beratungsräume und auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. In drei Jahren dann soll das Haus fertiggestellt werden.

Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya
Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya (© flickr.com | Citizen59 | CC BY-SA 2.0)

Der Mai war mindestens genauso turbulent.
Seit März nun streitet sich die intergeschlechtliche Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya mit dem Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) und dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF), da diese sie zu einer Hormontherapie zwingen wollen. Ihre Testosteron-Werte seien zu hoch, um weiterhin bei Rennen in der Frauenkategorie antreten zu können; diese würde zu einem Wettbewerbsvorteil führen, weswegen Caster Semenya nun mit einer Hormontherapie ihre Testosteron-Werte senken soll. Natürlich lehnt sie dies ab. Die Diskriminierung und das Herumdoktern an den Körpern von inter Personen hält also immer noch an; drücken wir die Daumen, dass Caster Semenya schlussendlich doch noch vor Gericht gewinnt und ihre Autonomie über ihren Körper behalten kann.

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Fast zeitlich hatte sich Tessa Ganserer, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als trans Frau geoutet, nachdem sie zwei Monate zuvor das erste Mal öffentlich bekannt gab, schon seit zehn Jahren von ihrer Transgeschlechtlichkeit Kenntnis genommen zu haben. Sie kritisiert neben der Bürokratie um die Personenstandsänderung auch die eigene Kostenübernahme bei Hormonbehandlungen oder ähnlichen (schönheits-)chirurgischen Eingriffen und die Pathologisierung von trans Personen.

Modisch ging es um Februar weiter, denn in Ungarn zierte die erste trans Frau das Cover der ungarischen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Elle”. Das Magazin veröffentlichte zudem ein ausführliches Interview, in dem das in Berlin lebende Model Adél Onodi (22) über Transfeindlichkeit und ihre Pläne als Schauspielerin und Sängerin spricht.

Neuigkeiten gab es zudem auch aus der Schweiz: Der Fachausschuss für Justizfragen im schweizerischen Nationalrat hatte mit 19 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlauben soll. Bislang war es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz nur möglich, sich miteinander zu verpartnern.

Mitte März hat sich Amerika mal wieder von seiner besten Seite gezeigt: Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Alle trans Personen müssten ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden – Außer sie verstecken ihre Transgeschlechtlichkeit. Entsprechend laut war das Echo auf Sozialen Medien und auch aktivistische Gruppen in Amerika haben diese Regelung stark verurteilt. Gekippt wurde sie dennoch nicht.

In Hamburg gab es allerdings erfreulichere Nachrichten für unsere trans Geschwister: Die Grünenpolitikerin Katharina Fegebank übernahm die Schirmherrschaft für das weltweit erste transgender Tanz-Ensemble “Transparence Theatre”. Das Projekt wurde 2016 gegründet – unter anderem auch deswegen, weil Gründungsmitglied Aline de Oliveira nach ihrer medizinischen Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Auch Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt!
Die für den CSD installierten gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren werden in Zukunft eine Dauereinrichtung in der Kölner Innenstadt sein.

Natürlich ist auch im April einiges passiert.
In Berlin bekam die lesbische Initiative Rad und Tat nach Jahren nun doch ein Haus zugeschrieben. Geplant für das Haus sind 67 Mietwohnungen, ein Kiez-Café, Beratungsräume und auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. In drei Jahren dann soll das Haus fertiggestellt werden.

Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

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Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya (© flickr.com | Citizen59 | CC BY-SA 2.0)

Der Mai war mindestens genauso turbulent.
Seit März nun streitet sich die intergeschlechtliche Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya mit dem Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) und dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF), da diese sie zu einer Hormontherapie zwingen wollen. Ihre Testosteron-Werte seien zu hoch, um weiterhin bei Rennen in der Frauenkategorie antreten zu können; diese würde zu einem Wettbewerbsvorteil führen, weswegen Caster Semenya nun mit einer Hormontherapie ihre Testosteron-Werte senken soll. Natürlich lehnt sie dies ab. Die Diskriminierung und das Herumdoktern an den Körpern von inter Personen hält also immer noch an; drücken wir die Daumen, dass Caster Semenya schlussendlich doch noch vor Gericht gewinnt und ihre Autonomie über ihren Körper behalten kann.

In Italien gibt es jetzt in einer 3700 Seelen-Gemeinde einen transgeschlechtlichen Bürgermeister – und das in einem Ort, in dem die Rechtsaußenpartei Lega von Innenminister Matteo Salvini dominiert. Gianmarco Negri gewann die Abstimmung in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tromello in der Lombardei. Der 40-jährige Anwalt setzte sich bei der Kommunalwahl am Sonntag mit mehr als 37 Prozent der Stimmen gegen den Bürgermeisterkandidaten der Lega durch. Er sei der erste trans Bürgermeister des Landes, twitterte der Sprecher des Homosexuellenverbandes Gay Center.

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Zum Jahresbeginn gab es einen Wandel sowohl in der deutschen, als auch in der amerikanischen Politik: Jared Polis wurde als 43. Gouverneur von Colorado vereidigt. Er ist damit nicht nur der erste offen schwule Regierungschef eines amerikanischen Bundesstaates, sondern auch der erste jüdische Gouverneur in Colorado.

Fast zeitlich hatte sich Tessa Ganserer, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als trans Frau geoutet, nachdem sie zwei Monate zuvor das erste Mal öffentlich bekannt gab, schon seit zehn Jahren von ihrer Transgeschlechtlichkeit Kenntnis genommen zu haben. Sie kritisiert neben der Bürokratie um die Personenstandsänderung auch die eigene Kostenübernahme bei Hormonbehandlungen oder ähnlichen (schönheits-)chirurgischen Eingriffen und die Pathologisierung von trans Personen.

Modisch ging es um Februar weiter, denn in Ungarn zierte die erste trans Frau das Cover der ungarischen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Elle”. Das Magazin veröffentlichte zudem ein ausführliches Interview, in dem das in Berlin lebende Model Adél Onodi (22) über Transfeindlichkeit und ihre Pläne als Schauspielerin und Sängerin spricht.

Neuigkeiten gab es zudem auch aus der Schweiz: Der Fachausschuss für Justizfragen im schweizerischen Nationalrat hatte mit 19 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlauben soll. Bislang war es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz nur möglich, sich miteinander zu verpartnern.

Mitte März hat sich Amerika mal wieder von seiner besten Seite gezeigt: Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Alle trans Personen müssten ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden – Außer sie verstecken ihre Transgeschlechtlichkeit. Entsprechend laut war das Echo auf Sozialen Medien und auch aktivistische Gruppen in Amerika haben diese Regelung stark verurteilt. Gekippt wurde sie dennoch nicht.

In Hamburg gab es allerdings erfreulichere Nachrichten für unsere trans Geschwister: Die Grünenpolitikerin Katharina Fegebank übernahm die Schirmherrschaft für das weltweit erste transgender Tanz-Ensemble “Transparence Theatre”. Das Projekt wurde 2016 gegründet – unter anderem auch deswegen, weil Gründungsmitglied Aline de Oliveira nach ihrer medizinischen Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Auch Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt!
Die für den CSD installierten gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren werden in Zukunft eine Dauereinrichtung in der Kölner Innenstadt sein.

Natürlich ist auch im April einiges passiert.
In Berlin bekam die lesbische Initiative Rad und Tat nach Jahren nun doch ein Haus zugeschrieben. Geplant für das Haus sind 67 Mietwohnungen, ein Kiez-Café, Beratungsräume und auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. In drei Jahren dann soll das Haus fertiggestellt werden.

Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya
Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya (© flickr.com | Citizen59 | CC BY-SA 2.0)

Der Mai war mindestens genauso turbulent.
Seit März nun streitet sich die intergeschlechtliche Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya mit dem Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) und dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF), da diese sie zu einer Hormontherapie zwingen wollen. Ihre Testosteron-Werte seien zu hoch, um weiterhin bei Rennen in der Frauenkategorie antreten zu können; diese würde zu einem Wettbewerbsvorteil führen, weswegen Caster Semenya nun mit einer Hormontherapie ihre Testosteron-Werte senken soll. Natürlich lehnt sie dies ab. Die Diskriminierung und das Herumdoktern an den Körpern von inter Personen hält also immer noch an; drücken wir die Daumen, dass Caster Semenya schlussendlich doch noch vor Gericht gewinnt und ihre Autonomie über ihren Körper behalten kann.

In Italien gibt es jetzt in einer 3700 Seelen-Gemeinde einen transgeschlechtlichen Bürgermeister – und das in einem Ort, in dem die Rechtsaußenpartei Lega von Innenminister Matteo Salvini dominiert. Gianmarco Negri gewann die Abstimmung in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tromello in der Lombardei. Der 40-jährige Anwalt setzte sich bei der Kommunalwahl am Sonntag mit mehr als 37 Prozent der Stimmen gegen den Bürgermeisterkandidaten der Lega durch. Er sei der erste trans Bürgermeister des Landes, twitterte der Sprecher des Homosexuellenverbandes Gay Center.

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Lesbische Transfrauen

Mitglieder der LGBT*Community haben seit je mit Ausgrenzung, Ablehnung und Diskriminierungzu kämpfen – und augenscheinlich auch zunehmend auch untereinander. Und tatsächlich: durchstreift man die Untiefen

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Fast zeitlich hatte sich Tessa Ganserer, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als trans Frau geoutet, nachdem sie zwei Monate zuvor das erste Mal öffentlich bekannt gab, schon seit zehn Jahren von ihrer Transgeschlechtlichkeit Kenntnis genommen zu haben. Sie kritisiert neben der Bürokratie um die Personenstandsänderung auch die eigene Kostenübernahme bei Hormonbehandlungen oder ähnlichen (schönheits-)chirurgischen Eingriffen und die Pathologisierung von trans Personen.

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In Berlin bekam die lesbische Initiative Rad und Tat nach Jahren nun doch ein Haus zugeschrieben. Geplant für das Haus sind 67 Mietwohnungen, ein Kiez-Café, Beratungsräume und auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. In drei Jahren dann soll das Haus fertiggestellt werden.

Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya
Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya (© flickr.com | Citizen59 | CC BY-SA 2.0)

Der Mai war mindestens genauso turbulent.
Seit März nun streitet sich die intergeschlechtliche Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya mit dem Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) und dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF), da diese sie zu einer Hormontherapie zwingen wollen. Ihre Testosteron-Werte seien zu hoch, um weiterhin bei Rennen in der Frauenkategorie antreten zu können; diese würde zu einem Wettbewerbsvorteil führen, weswegen Caster Semenya nun mit einer Hormontherapie ihre Testosteron-Werte senken soll. Natürlich lehnt sie dies ab. Die Diskriminierung und das Herumdoktern an den Körpern von inter Personen hält also immer noch an; drücken wir die Daumen, dass Caster Semenya schlussendlich doch noch vor Gericht gewinnt und ihre Autonomie über ihren Körper behalten kann.

In Italien gibt es jetzt in einer 3700 Seelen-Gemeinde einen transgeschlechtlichen Bürgermeister – und das in einem Ort, in dem die Rechtsaußenpartei Lega von Innenminister Matteo Salvini dominiert. Gianmarco Negri gewann die Abstimmung in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tromello in der Lombardei. Der 40-jährige Anwalt setzte sich bei der Kommunalwahl am Sonntag mit mehr als 37 Prozent der Stimmen gegen den Bürgermeisterkandidaten der Lega durch. Er sei der erste trans Bürgermeister des Landes, twitterte der Sprecher des Homosexuellenverbandes Gay Center.

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Zum Jahresbeginn gab es einen Wandel sowohl in der deutschen, als auch in der amerikanischen Politik: Jared Polis wurde als 43. Gouverneur von Colorado vereidigt. Er ist damit nicht nur der erste offen schwule Regierungschef eines amerikanischen Bundesstaates, sondern auch der erste jüdische Gouverneur in Colorado.

Fast zeitlich hatte sich Tessa Ganserer, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als trans Frau geoutet, nachdem sie zwei Monate zuvor das erste Mal öffentlich bekannt gab, schon seit zehn Jahren von ihrer Transgeschlechtlichkeit Kenntnis genommen zu haben. Sie kritisiert neben der Bürokratie um die Personenstandsänderung auch die eigene Kostenübernahme bei Hormonbehandlungen oder ähnlichen (schönheits-)chirurgischen Eingriffen und die Pathologisierung von trans Personen.

Modisch ging es um Februar weiter, denn in Ungarn zierte die erste trans Frau das Cover der ungarischen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Elle”. Das Magazin veröffentlichte zudem ein ausführliches Interview, in dem das in Berlin lebende Model Adél Onodi (22) über Transfeindlichkeit und ihre Pläne als Schauspielerin und Sängerin spricht.

Neuigkeiten gab es zudem auch aus der Schweiz: Der Fachausschuss für Justizfragen im schweizerischen Nationalrat hatte mit 19 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlauben soll. Bislang war es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz nur möglich, sich miteinander zu verpartnern.

Mitte März hat sich Amerika mal wieder von seiner besten Seite gezeigt: Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Alle trans Personen müssten ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden – Außer sie verstecken ihre Transgeschlechtlichkeit. Entsprechend laut war das Echo auf Sozialen Medien und auch aktivistische Gruppen in Amerika haben diese Regelung stark verurteilt. Gekippt wurde sie dennoch nicht.

In Hamburg gab es allerdings erfreulichere Nachrichten für unsere trans Geschwister: Die Grünenpolitikerin Katharina Fegebank übernahm die Schirmherrschaft für das weltweit erste transgender Tanz-Ensemble “Transparence Theatre”. Das Projekt wurde 2016 gegründet – unter anderem auch deswegen, weil Gründungsmitglied Aline de Oliveira nach ihrer medizinischen Transition keine Jobangebote mehr bekam, obwohl sie zuvor an großen Häusern engagiert war.

Auch Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt!
Die für den CSD installierten gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren werden in Zukunft eine Dauereinrichtung in der Kölner Innenstadt sein.

Natürlich ist auch im April einiges passiert.
In Berlin bekam die lesbische Initiative Rad und Tat nach Jahren nun doch ein Haus zugeschrieben. Geplant für das Haus sind 67 Mietwohnungen, ein Kiez-Café, Beratungsräume und auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. In drei Jahren dann soll das Haus fertiggestellt werden.

Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

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Leichtathletik-Olympiasiegerin Caster Semenya (© flickr.com | Citizen59 | CC BY-SA 2.0)

Der Mai war mindestens genauso turbulent.
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Mitte März hat sich Amerika mal wieder von seiner besten Seite gezeigt: Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Alle trans Personen müssten ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden – Außer sie verstecken ihre Transgeschlechtlichkeit. Entsprechend laut war das Echo auf Sozialen Medien und auch aktivistische Gruppen in Amerika haben diese Regelung stark verurteilt. Gekippt wurde sie dennoch nicht.

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Überraschendes geschah Ende April in der Türkei: Ein Gericht in Ankara hatte das vor anderthalb Jahren eingeführte Verbot aller queeren Veranstaltungen aufgehoben. Das Gericht hatte vor etwas mehr als 6 Wochen entschieden, dass der Staat die Grundrechte von LGBTI verteidigen müsse. Anlass für das ursprüngliche Verbot war unter anderem übrigens ein deutsch-türkisches LSBTIQ*-Filmfestival, bei dem ein Coming-of-Age-Film über einen trans Mann in Köln gezeigt wurde.

Ein Coming Out gab es im April ebenfalls: In der Serie „Good Girls“ – die von drei Vorstadtmüttern handelt, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und deswegen einen Supermarkt ausrauben – outete sich Annies Kind in der 8. Episode der 2. Staffel als trans Junge. Das wunderbare daran ist, dass auch Isaiah Stannard, der Sadie spielt, trans ist. Dadurch werden nicht nur trans Charaktere in Serien, sondern auch trans Schauspieler_innen mit der Rolle repräsentiert.

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