Bild von Grit Merker bei ihrer Rede

Sehr geehrte Menschen,

liebe Anwesende,

das lange Warten auf Gerechtigkeit hat für Homosexuelle in diesem Jahr bereits an zwei Stellen ein Ende gefunden!

Mit dem „Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen“ werden zumindest die bis heute gültigen Urteile auf Grundlage des § 175 StGB aufgehoben, eine Entschädigungszahlung für die Betroffenen ist vorgesehen.

122 Jahre lang war mit § 175 StGB die Verfolgung von Homosexuellen institutionell im deutschen Staat verankert. Mit der Übernahme des Gesetzestextes aus der NS-Zeit hat insbesondere die BRD schwere Schuld auf sich geladen. Rosa Listen wurden bis in die 80er Jahre hinein geführt, Menschen systematisch ob ihres Sexualverhaltens überwacht. Manche verloren ihren Arbeitsplatz, ihre Wohnung, ihr soziales Umfeld. Mit der Kriminalisierung manifestierte sich eine gesellschaftliche Ächtung, mit deren Folgen wir, Community aber auch Gesamtgesellschaft, bis heute zu kämpfen haben. Die Rücknahme von Urteilen zu Handlungen, die in einem aufgeklärten Rechtsstaat nicht rechtswidrig sein können, ist letztlich nur logische Konsequenz. Ebenso eine Entschädigung der Betroffenen, auch wenn diese erlittene Erniedrigungen nicht ausgleichen kann.

Was das eine Wiedergutmachung und Entschuldigung ist – ist das andere Gleichberechtigung! Die Ehe wird mit der Veröffentlichung des Gesetzes im Bundesgesetzblatt auch Schwulen und Lesben offen stehen.

Dem vorangegangen war ein 30 Jahre währender Kampf. Bereits Ende der 80er hatten die späteren Mitbegründer des LSVD Volker Beck, Günter Dworek und Manfred Bruns – der als Bundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe nach seinem Outing 1983 von seinen Vorgesetzten als Sicherheitsrisiko eingestuft, und daraufhin von Staatsschutzangelegenheiten abgezogen worden war – mehrere Papiere veröffentlicht, in denen die Schaffung eines Rechtsinstituts für gleichgeschlechtliche Paare gefordert wurde. Nach unzähligen Aktionen, jahrelanger Überzeugungsarbeit und vielen Anträgen trat 2001 zunächst das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft. Auch zehn Jahre später mussten im Übrigen in Baden-Württemberg solche Partnerschaften bei KfZ-Zulassungsstellen geschlossen werden. Nach diversen verfassungsrechtlichen Nachjustierungen, zuletzt z.B. zur Sukzessivadoption, entwickelte sich politische Dynamik. Doch mehrere Anträge und Gesetzesvorschläge zur Eheöffnung scheitern. Über all die Jahre steter Begleiter der Debatten war für die Menschen, über die gesprochen wurde, ein Gefühl der Ohnmacht, lag das Ziel doch so fern. Doch basierend auf mehreren Koalitionsbedingungen und einem Interview der Kanzlerin überschlagen sich die Ereignisse. Keine Woche nach besagtem Interview stimmen die Abgeordneten des Bundestages mit unerwartet großer Mehrheit für das Gesetz.

Zweifellos sind diese Entscheidungen zum 175er und der Ehe historisch. Jahrzehntelang wurde für sie gestritten, die wenigsten hatten wirklich geglaubt, dass ihre Umsetzung zu diesem Zeitpunkt möglich sei. Zwei ganz große, zentrale Forderungen der LSBTI*-Gemeinschaft sind damit Realität geworden.

Stehen wir nun am Ende der Emanzipationsbewegung? Können wir uns nun zurücklehnen und auf diesen Erfolgen ausruhen?

Diese Fragen können nur mit einem ganz klaren NEIN beantwortet werden.

Gesetze können lediglich eine Leitlinie vorgeben. Vorurteile und Diskriminierung lösen sich nicht einfach auf! Hier ist und bleibt Gesellschaft gefragt.

Daher müsste gesamtgesellschaftlich angesetzt werden, um den Impuls weiterzutragen. Es gibt genug zu tun. Um nur einige Themenfelder zu nennen: Die Eheöffnung muss fachlich begleitet werden. Das Familienrecht muss modernisiert werden, um weitere Benachteiligungen auszuräumen. Das Transsexuellengesetz bedarf nach wie vor einer dringenden Überarbeitung, weil einige Regelungen schlicht demütigend und verfassungswidrig sind.

Leider stehen den Entwicklungen auf Bundesebene aber jene im Land Sachsen-Anhalt konträr gegenüber.

Die breitgefächerten Maßnahmen des landesweiten LSBTI*-Aktionsprogrammes gegen Homo- und Transphobie, welches bereits im Januar 2016 vom Landtag beschlossen worden war, ist entgegen der Koalitionsvereinbarungen in der Realität nur mit geringem Budget ausgestattet. Scheint manchmal gar nicht gewollt zu sein.

Dabei geben allgemeine Entwicklungen weiterhin Grund zur Sorge: die Zahlen homo- und transphober Straftaten steigen laut Kriminalstatistik des BMI an, Hasskommentare gehören mittlerweile zum Alltag. Homo- und transphobe Einstellungen sind wieder Bestandteil von Wahlprogrammen. Gegen die angedachte Aufklärungsarbeit im Bildungsbereich regt sich Wiederstand und Leo e. V. darf wieder Homoheilung propagieren.

Dass Ressentiments gegen Homosexuelle und Transidente – gerade auch auf politischer Ebene in Sachsen-Anhalt – noch längst nicht ausgeräumt sind, hat sich seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode vielfach bestätigt. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und B90/DIE GRÜNEN sieht die Ergänzung des Artikel 7 der Landesverfassung um das Merkmal der „sexuellen Identität“ vor, ebenso die Umsetzung des LSBTI*-Aktionsprogramms sowie die Einführung einer hauptamtlichen Ansprechperson für LSBTI* bei der Landespolizei und die Schaffung einer Koordinierungsstelle für LSBTI* vor.

Umgesetzt wurde bisher beinahe nichts.

Stattdessen ändert das CDU-geführte Ministerium für Justiz und Gleichstellung die Förderrichtlinien und verkompliziert so die Antragsstellung. Gute Zusammenarbeit mit ehrenamtlich geführten Vereinen sieht anders aus. Während andere Ressorts Ausnahmegenehmigungen vom Sparzwang beantragten, blieben im LSBTI*-Bereich Kürzungen angedacht. Schlussendlich führte die Rückhaltung von Fördermitteln beim LSVD gar zur beinahe-Insolvenz. Dank der Interventionen von verschiedenen Seiten konnte dieser Missstand mittlerweile aufgelöst werden. Dafür an der Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Unterstützer*innen.

Doch Akzeptanz zu erreichen bleibt ein langer Weg. Ein Beispiel ist die Aussage von CDU-Landeschef Webel, am Leitbild seiner Partei zur Ehe zwischen Mann und Frau festzuhalten. Eine Ausführung der AFD-Position zum Thema ist hier wohl gar nicht erst erforderlich.

Sollen die Gegner ruhig die verfassungsrechtliche Prüfung forcieren! Um mit den Worten der Philosophin Carolin Emcke zu sprechen:

Wäre vom Bundesverfassungsgericht geprüft und bestätigt, dass die Ehe für alle mit dem Grundgesetz vereinbar ist, müssten die Gegner ihre Einwände als das entblößen, was sie nicht immer, aber oft sind: bloßes Ressentiment gegen Homosexuelle.

Doch nun… Es gibt auch weitere Lichtblicke, und da möchte ich den Focus auf die Stadt Magdeburg richten. Seit einigen Jahren findet eine sehr gute Zusammenarbeit insbesondere mit dem Amt für Gleichstellungsfragen statt. Zunehmend übertragbar ist diese Aussage – sehr zu unserer Freude – auch auf den Stadtrat und die gesamte Verwaltung.

Auf Antrag der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen fasste der Stadtrat im Dezember 2016 den Beschluss, eine öffentlich zugängliche Gedenktafel für Magnus Hirschfeld an dessen ehemaliger Wirkungsstätte am Ulrichshaus zu schaffen. Der Stadtratsbeschluss geht auf die langjährige Forderung und das politische Wirken des LSVD Sachsen-Anhalt zurück, welches bereits 2015 im Rahmen des Hirschfeldgedenkens zur Einweihung eines „Hirschfeldweges“ in Magdeburg führte.

Mit der Anbringung der Gedenktafel am 14. Mai 2017 wurde der abschließende Teil des Konzeptes zur Schaffung eines geeigneten, modularen Gedenkortes Realität.

Magnus Hirschfeld war Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten Homosexuellenbewegung. Sein Schaffen legte die wissenschaftliche Grundlage für die Abschaffung der Strafbarkeit homosexueller Handlungen.

 

Der Kulturbeigeordnete der Stadt Magdeburg, Prof. Dr. Matthias Puhle, bekräftigte in seiner Rede zu diesem Anlass das Bestreben von Stadtrat und Verwaltung, Akzente gegen Ausgrenzung setzen und Vielfalt fördern zu wollen, insbesondere unter dem Aspekt des Projekts „Europäische Kulturhauptstadt Magdeburg 2025“. Puhle verwies weiter auf die verpflichtende Tradition des „Magdeburger Rechts“, einem einflussreichen Vorläufer moderner Rechtsordnungen, in welchem der oberste Verfassungsgrundsatz der Menschenwürde seinen Ursprung habe.

 

Dieses Erinnern ist ein wichtiger Vorgang und muss aktiv betrieben werden, denn eine Demokratie ist dann stark, wenn sie Minderheiten schützt und sichtbar macht. Erinnern werden wir auch der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus mit der Verlegung zweier Stolpersteine am 28. September Sie sind alle recht herzlich dazu eingeladen.

 

im Übrigen gibt es seit dem 01. Juli 2017 im Regenbogencafé des LSVD Sachsen-Anhalt einen regelmäßigen Treffpunkt für queere Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrung. Dort können sich Interessierte an einem geschützten Ort treffen und kennenlernen sowie Beratung und Unterstützung erhalten.

Ziel ist es, den Austausch zwischen altein­gesessenen und neu hinzugekommenen Bürger*innen zu fördern, Barrieren abzubauen, ein soziales Miteinander zu pflegen und durch Sozialarbeiter*innen abgesicherte, fachlich versierte Beratung und Unterstützung zu bieten.

 

Die Umsetzung dieses richtungsweisenden Projektes „Rainbow Connection“ ist dem LSVD alleinig durch eine kommunale Förderung möglich. Die Landeshauptstadt Magdeburg würdigt damit Engagement und zeigt zudem im Lichte der Anerkennung der Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte politischen Handlungswillen und Gestaltungskompetenz.

Die stetig wachsende Anzahl der regelmäßig kommenden Menschen bestätigt uns in der Ansicht, dass dieser Treffpunkt für Magdeburg längst überfällig war und Ausdruck gelebter Mitmenschlichkeit ist.

Mit der „Rainbow Connection“ wurde ein Ort geschaffen, an dem Beratung und Vernetzung stattfinden können, ein Ort, der queeren Menschen unabhängig vom Geburtsland einen festen Bezugspunkt im Alltag bietet.

 

Umso wünschenswerter ist es, dass Projekte wie dieses auch weiterhin Bestandteil unseres gemeinsamen Kampfes für Akzeptanz und eine vielfältige Gesellschaft sind.

 
Copyright © mvg Verlag
Autor: Dossie Easton & Janet W. Hardy
Seiten: 304
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-868-82508-4
Preis: 16,99 €

Der Titel mag abschreckend klingen, aber vielleicht wird er angenehmer zu lesen, wenn man die Moral darin besonders betont. Zugegeben, im Deutschen wirkt auch das noch nicht so versöhnlich. Nehmen wir dies erst einmal so hin, denn was macht Ethik im sogenannten Schlampenleben aus? Und woher kommen all die negativen Bilder, die man beim Wort Schlampe vor Augen hat? Was sexuelle Freizügigkeit angeht, hält die Gesellschaft sofort gewisse Werte parat. Doch nicht nur darum und um das Hinterfragen dieser Werte geht es in diesem Buch, sondern in erster Linie sogar um das glückliche Zusammenleben von Menschen im Allgemeinen.

Hierbei werden ganz grundlegende Tipps zum Zusammenleben und miteinander auskommen im Allgemeinen geliefert. Zunächst: Man kann mehr als nur einen Menschen lieben. Wenn man näher drüber nachdenkt, ist das sogar ganz logisch. Wenn Eltern mehrere Kinder haben, werden diese in der Regel ja auch gleichermaßen geliebt. Es gibt keinen inneren Vorrat an Zuneigung, den man Gefahr läuft aufzubrauchen, sollte man mehr als nur eine Person lieben, sondern Zuneigung und Liebe sind unerschöpflich. Das einzige, was passieren kann, ist dass sie durch andere Gefühle verdeckt werden.

Und hier ist es wichtig, die Ursachen bei sich selbst zu suchen. Auch hierauf geht das Buch ein. Wer für negative Stimmungen anderen die Schuld gibt, wird dadurch nicht glücklicher. Dabei kann jegliche als negativ empfundene Emotion eine Chance sein, über sich selbst zu lernen. Warum fühle ich so? Was ist der Auslöser? Was kann man an der Situation verbessern, um die negativen Emotionen zu vermeiden?

Bei all der Selbst- und Situationsanalyse sollte man jedoch nicht vergessen, sich selbst weiterhin zu lieben. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann offen auf andere Menschen zugehen. Und auch ganz wichtig: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch in zwischenmenschlichen Interaktionen macht man selbst immer wieder einige Fehler. Diese Fehler darf man machen! Wie soll man sonst daraus lernen? Und man darf sie sogar mehrmals machen, denn nur durch wiederholte Übung kann man sich nach und nach verbessern.

Natürlich geht das Buch auch auf andere als die weit etablierten Beziehungsformen ein. Polyamorie und offene Beziehungen werden total selbstverständlich behandelt und Herausforderungen dieser Konstellationen beleuchtet. Wie geht man mit Eifersucht um? Was kann sie für Chancen bieten? Wie verhandelt man Abmachungen? Wie löst man Konflikte? Wie regelt man das Aufziehen von Kindern?

Vermutlich wird jeder beim Lesen dieses Buches das ein oder andere Mal an die Grenzen seiner Komfort-Zone geraten. Mir persönlich gab es an einigen Stellen neue Denkanstöße und hat dazu eingeladen, manche Ansichten aus neuer Perspektive zu betrachten. Und das alles in völlig natürlicher Sprache und Schreibstil. Man fühlt sich richtig wohl beim Lesen, da der Grundtenor ist, dass man selbst als Leser ein wichtiger Mensch ist, verstanden wird und natürlich auch verstanden werden will. Die Passagen sind sehr einfühlsam geschrieben und machen es leicht, sich selbst dabei gelegentlich in Frage zu stellen. Und ich halte dieses Buch für besonders wichtig, da es zu einem friedvolleren Zusammenleben der Menschen untereinander beitragen kann. Das fängt beispielsweise schon damit an, dass man anderen einen Dank aussprechen kann, wenn man angemacht wird. Auch wenn das vielleicht nervig ist, immerhin hat dort gerade jemand bekundet, dass du, genau du, in seinen Augen attraktiv bist. Ist das nicht Anerkennung wert?

Was in Beziehungen hilft, hilft sicherlich auch im Alltag, auf Arbeit, im Freundeskreis oder wo man noch überall mit anderen Menschen kommuniziert. Überall dort sollte man nichts als selbstverständlich voraussetzen, sondern über Erwartungen reden. Somit ist diese Lektüre trotz des Fachbuchcharakters und der Notwendigkeit, sich zum Lesen immer mal einen Stubs verpassen zu müssen, absolut lesenswert.

Robert T.

 

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Pünktlich zu Pfingsten ist unsere aktuelle Terminübersicht für die Monate Juni und Juli erschienen. Sie kann unter https://lsvd-lsa.de/download/termine2017-06.pdf heruntergeladen werden.

Fällt Ihnen auf, dass Termine fehlen, schreiben Sie uns an. Wir nehmen sie dann gern in die nächste Übersicht mit auf.

Seit dem 01.06.2017 gibt es im Regenbogencafé des LSVD einen regelmäßigen Treffpunkt für queere Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung. Dort können sich Interessierte an einem geschützten Ort treffen und kennenlernen sowie Beratung und Unterstützung erhalten.
Ziel ist es, den Austausch zwischen alteingesessenen und neu
hinzugekommenen Bürger*innen zu fördern, Barrieren abzubauen, ein soziales Miteinander zu pflegen und Unterstützung und Beratung zu bieten, sofern dies im Rahmen der Veranstaltung möglich ist.

Der Treff ist immer donnerstags von 19:00 bis 22:00 Uhr.

Ansprechpartner: Georg Matzel / georg.matzel@lsvd.de

RAINBOW CONNECTION – Ein Projekt des LSVD Sachsen-Anhalt mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg.

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[EN]

“Rainbow Connection – The Meeting Point For Queer Internationals And Friends In Magdeburg”

Beginning with Thursday, 1st of June 2017, there will be a regular
meeting place for queer migrants and displaced people and their
friends at the LSVD Regenbogencafé (Schäfferstraße 16; 39122 Magdeburg).

There, interested people can meet and get together in a safe space, and also get support if needed.
The intention is to encourage the exchange between new citizens and long-time residents, take down barriers, encourage socialising and to provide support, if possible.

The meeting point will take place every Thursday from 7pm to 10pm.

Contact person is: Georg Matzel / georg.matzel@lsvd.de

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[E]

“Rainbow Connection – The Meeting Point For Queer Internationals And Friends In Magdeburg”
A partir del 01.06.2017 habrá un punto de encuentro para personas desplazadas o inmigrantes queer / LGBT y sus amig@s en el Regenbogencafé del LSVD (Schäfferstraße 16; 39122 Magdeburg. Allí, la gente podrá juntarse y conocerse en un lugar protegido y recibir apoyo, si es posible.
La intención es promover el intercambio entre ciudadan@s nuev@s y establecid@s, romper las barreras, sociabilizar y proveer apoyo, si es posible.
El encuentro tendrá lugar siempre los Jueves de 7pm a 10pm. Persona de
contacto: Georg Matzel / georg.matzel@lsvd.de

Nachdem bereits 2015 von Bundesjustizminister Heiko Maas eine Straßenbenennung im Norden Magdeburgs vorgenommen werden konnte, wurde nun dem Sexualforscher und bekanntem Bürger der Stadt Magdeburg, Dr. Magnus Hirschfeld, eine Gedenktafel am Ulrichshaus gestiftet.
Mit seiner Forschung bereitete Hirschfeld der 1. Homosexuellenbewegung in Deutschland maßgeblich den Weg und setzte sich schon frühzeitig für die Abschaffung des Paragrafen 175 RStGB ein. Wir danken dem Stadtrat für die Beschlussfassung, sowie dem Kulturbüro und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld für die Umsetztung der Gedenktafel, die sich gut in die Fassade des Ulrichshauses einfügt. Mit dieser Tafel setzt die Stadt Magdeburg den zweiten Teil einer langjährigen Forderung des LSVD Sachsen-Anhalt zur Schaffung eines Gedenkortes für Dr. Magnus Hirschfeld um, und setzt damit in Zeiten von Erstarken revisionistischer Ansichten ein bemerkenswertes Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz!

Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai 2017

Aktionen gegen Diskriminierung in Magdeburg und Hall

Am 17. Mai begehen LSBTI* international den Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). Auch in Sachsen-Anhalt nehmen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) diesen Tag zum Anlass, um auf die Diskriminierung und Verfolgung queerer und nichtheteronormativer Menschen hier und im Rest der Welt aufmerksam zu machen. Zeitgleich finden dazu am kommenden Mittwoch um 18 Uhr in Magdeburg und Halle Aktionen statt.

Rainbowflash auf Bahnhofsvorplatz in Magdeburg

In Magdeburg ruft der Jugendtreff „COME IN“ des LSVD Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem CSD Magdeburg e.V. zur Teilnahme am Rainbowflash auf. Treff ist ab 17:30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof. Um 18:00 Uhr startet der Rainbowfllash aus hunderten bunten Luftballons. Alle Magdeburger aus Politik und Gesellschaft sind herzlich eingeladen, mitzumachen.

Rainbowflash auf dem Marktplatz in Halle

In Halle lädt der Arbeitskreis QUEER Halle alle Menschen ganz herzlich zur Teilnahme am Rainbow-Flash auf. Treff ist ab 15:30 Uhr auf dem Marktplatz. Unter dem Motto „Europa in Bewegung“ soll zunächst die Lebenssituation von LSBTI* in den Ländern Europas vorgestellt werden. Höhepunkt ist wie jedes Jahr um 17.05 Uhr der Rainbowflash vor dem Ratshof.

Mit den gezielten Aktionen in Halle und Magdeburg möchte die LSBTI*-Community nicht nur ein Zeichen setzen, sondern fordert zugleich den verfassungsmäßigen Schutz vor Diskriminierungen durch Ergänzung des Merkmals „sexuelle Identität“ im Grundgesetz und in der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt, den Abbau von Vorurteilen und Homophobie weiter voranzubringen und die Antidiskriminierungsarbeit der Vereine verstärkt zu unterstützen.

„Immer noch werden Homosexuelle verfolgt, inhaftiert, sogar hingerichtet. Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gehören keineswegs der Vergangenheit an: Trotz Streichung des §175 im Jahre 1994, Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in Deutschland keineswegs selbstverständlich“, so Grit Merker vom Landesvorstand des LSVD Sachsen-Anhalt.

Gabriel Rücker vom Jugendtreff „COME IN“ des LSVD ergänzt: „In anderen Ländern verhallt der Ruf nach Akzeptanz gänzlich ungehört, Homosexualität wird gar als Straftat verfolgt. Die antihomosexuelle Verfolgungswelle in Tschetschenien ist ein weiteres dramatisches Kapitel in diesem Zusammenhang. Die Bundesregierung sollte russische bzw. tschetschenische Menschenrechtsorganisationen kontaktieren, bei der Rettung von Verfolgten helfen und sie ggf. auch finanziell unterstützen, sowie Verfolgten eine Aufnahme nach § 22, 23 AufenthG anbieten.“

Hintergrund zum IDAHO bzw. IDAHOT:

Seit über 12 Jahren wird der 17.05. überall auf der Welt als Aktionstag, dem sogenannten IDAHOT (International Day Against Homophobia, Transphobia, und Biphobia) begangen. Der IDAHOT liegt im Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 17. Mai 1990, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu klassifizieren und aus dem ICD-10 zu streichen. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) nehmen diesen Tag zum Anlass, um auf die Diskriminierung und Verfolgung queerer und nichtheteronormativer Menschen hier und im Rest der Welt aufmerksam zu machen.

Die aktuelle Terminübersicht für die Monate Mai und Juni kann ab sofort unter sachsen-anhalt.lsvd.de/download/termine2017-05.pdf angesehen und heruntergeladen werden.

Besonders möchten wir auf die Enthüllung der Gedenktafel für Dr. Magnus Hirschfeld am 14. Mai um 11 Uhr am Ulrichshaus hinweisen. Dazu hat die Landeshauptstadt Magdeburg zusammen mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Die öffentliche Enthüllung der Gedenktafel für Dr. Magnus Hirschfeld findet am 14. Mai, um 11 Uhr am Ulrichshaus, Ecke Breiter Weg/Ernst-Reuter-Allee statt. Die Enthüllung wird durch den Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Prof. Dr. Matthias Puhle vorgenommen. Grußworte werden durch den Geschäftsführenden Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) in Berlin, Jörg Litwinschuh und durch den Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e. V., Ralf Dose überbracht.

Hintergrundinformationen zu Magnus Hirschfeld:

http://www.mh-stiftung.de/80jahre/

http://mh-stiftung.de/biografien/magnus-hirschfeld/

Copyright © COME IN & queerblick

Am 05. und 06. November 2016 war es wieder soweit: Falk Steinborn vom Verein Queerblick war wieder bei uns in Magdeburg und hat einen weiteren Kurzfilmworkshop durchgeführt. Nachdem Falk nach einer kurzen Vorstellungsrunde uns kennen gelernt hatte, ging es direkt in die direkte Planung unseres Kurzfilmes. Da die meisten Filme von Jugendgruppen bei Queerblick eher bedrückender sind, siehe z.B. unseren Kurzfilm „Du Schwuchtel“ aus dem Jahre 2013, wollten wir einen Film machen, der auch ein schönes positives Ende hat. Also kamen wir auf die Lovestory rund um David (Johannes Adam) und Sam (Noah Hutchins). Diese Idee bauten wir dann den ganzen restlichen Tag aus und planten alles, was zu einem Film dazu gehört: Mögliche Drehorte, das Drehbuch, Dialoge, weitere Rollen, usw. Am gleichen Abend gab uns Falk noch eine Einführung, wie man die Technik richtig bedient.

Am zweiten Tag stiegen wir dann in den praktischen Teil des Filmmachens ein. Früh am Morgen drehten wir die Szenen von David beim Schreiben, die Streitszene sowie die Kussszene zwischen David und Sam auf dem Bett in der Wohnung von Robert. Nach dem wir diese Innenszenen im Kasten hatten, machten wir uns auf ans Elbufer unter die Hubbrücke und drehten die Szene auf der Schaukel. Anders als in der Wohnung von Robert, die ja ein Abgeschlossener Raum ist, kamen natürlich Personen am Set vorbei, die Fragen hatten, was wir drehten, aber auch dafür sorgten, dass wir manche Einstellungen mehrfach drehen mussten. Als wir nun die eine Szene aus 3 Blickwickeln gefühlt 1000-mal abgedreht hatten, wechselten wir ans andere Elbufer an die Elbterrassen. Dort drehten wir im Regen, der gut in die Stimmung passte, die Szene, in der Sam den Brief von David liest und David von hinten an Sam heran tritt. Wie man feststellt haben wir die Szenen nicht chronologisch abgedreht. Nach den Einstellungen am Ufer ging es zurück ins Warme, und zwar ins Regenbogencafé. Dort angekommen räumten wir uns das Café so um, dass wir das perfekte Set für unsere Kennenlernszene in unserem Jugendtreff hatten. Nach dem diese abgedreht war, drehten wir noch die Kaufszene vor dem Café in einer Hofeinfahrt mit dem Käufer (Maximilian Pech) und dem homophoben Bruder (Gabriel Rücker) und nahmen die Off-Stimme von David auf. Nach all diesen Szenen waren wir nun fertig mit dem Drehen des Filmes und Falk gab uns noch einen kurzen Einblick in den Schnitt des Videomaterials. Den Workshop beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen in unserem Café.

Das Ergebnis dieser zwei sehr produktiven Tage könnt ihr euch nun selber anschauen. In der Folgezeit zwischen Dreh des Filmes und Fertigstellung sind wir von COME IN auf die Idee gekommen, Extras zum Film alleine zu produzieren. Durch diese Arbeit ist unser Nebenprojekt GOQUEER.TV entstanden, das sich nun auch nach dem Film weiter mit dem Produzieren von Inhalten für unseren YouTube-Channel beschäftigt.

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Wir haben einen Aufruf von UFA erhalten, den wir euch hiermit weiterreichen wollen:

Wir sind zurzeit mitten in der Produktion für eine neue Jugendserie für Funk (das junge Angebot von ARD und ZDF), die auf Snapchat und Instagram erzählt wird. Wir erzählen die Geschichte von Glyn, einer 16 jahre alten nonbinären Hauptfigur, die nach einem Schulwechsel in ein neues Internat kommt. Im Laufe der Geschichte lernt Glyn neue Freund*innen und auch Feind*innen kennen – aber vor allem sich selbst. Gedreht werden sollen die fünf ersten Pilotfolgen vom 24. bis 26.3. oder vom 31. bis 2.4. in einer Berliner Schule.

Uns ist wichtig, dass wir Glyns Geschichte aus der richtigen Perspektive erzählen und Glyn als eine für nonbinäre, jugendliche empowernde Figur zu zeigen. Unser queeres Team ist auf eure Website gestoßen und wir könnten uns gut vorstellen, dass es bei euch Interessent*innen für die Hauptrolle GLYN geben könnte. Wir würden uns freuen, wenn ihr diesen Aufruf an eure Mitglieder weiterleiten könntet:

Nonbinäre Hauptdarsteller*in für Instagram-Serie gesucht!

Wir suchen Dich für unsere Instagram-Snapchatserie GLYN. Du bist nonbinär, würdest dich als genderqueer/fluid oder trans* bezeichnen? Dann suchen wir Dich!

Die Jugendserie GLYN wird im Hochformat auf dem Handy gedreht und startet mit Glyns erstem Tag im Internat. Glyn bezeichnet sich selbst als nonbinär und will sich nicht in die Schubladen von männlich oder weiblich stecken lassen. Glyn’s erster Schultag ist ein Neuanfang und zum Glück gibt es Jana, Glyns zukünftige beste Freundin, die mit Glyn die ersten Schritte in die neue Welt macht und alles auf Instagram festhält. Da in Janas Leben ihrer Meinung nach nicht so viel passiert, gibt sie Glyn ihr Phone um alles Neue zu dokumentieren. Glyn begibt sich auf eine spannende Reise und begegnet in der neuen Klasse z.B dem Klassenschwarm Ezra, der coolen Kat und muss sich manchmal auch mit der Klassensprecherin Melody rumschlagen.

Glyn dokumentiert die Ereignisse ungefiltert auf Instagram Stories und auf Snapchat, reflektiert unverfälscht und in Momenten über das Leben eines nonbinären Teenagers.

Du bist zwischen 16 und 23 Jahre alt und hast vielleicht auch schon erste Schauspielerfahrungen gesammelt? Dann schick uns gleich ein Hochkant-Video von Dir in dem Du dich kurz vorstellst und uns verrätst warum du denkst, dass du die perfekte Besetzung bist, um Glyn zu spielen.

Schicke das Video an den Producer unserer Serie julian.fricker@ufa.de mit Kontaktdaten und deiner Telefonnummer und wir melden uns so schnell wie möglich und laden dich im besten Falle für ein Kennenlernen in Berlin ein. Gedreht werden soll bereits drei Tage Ende März (24-26.3. oder 31.3.-2.4.) und dann mit Option für weitere Drehtage in den Sommerferien 2017. Wir freuen uns von Dir zu hören!

Liebe Grüße das Team GLYN

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Als Mädchen zur Schule gehen, obwohl man ein Junge ist? Für manche mag es ein Neuanfang für ein neues Leben sein. Für Sam gehört es zu einer Mutprobe, die er – das sei vorweggenommen – mit Bravour meistert und das sogar länger, als anfangs vorgesehen.

 

Aber fangen wir von vorn an: Sam ist in den USA unter schwierigen Umständen aufgewachsen. Sein Vater sitzt im Gefängnis, weil er „Dinger gedreht“ hat. Mit 5 Jahren schon wurde Sam sogar zu seinem Komplizen gemacht. Seitdem schlagen er und seine Mutter sich allein durch ein wildes Leben, bis sie plötzlich bei einem Verkehrsunfall stirbt, als Sam 13 ist. Nach dem Testament seiner Mutter geht das Sorgerecht auf seine Tante über, die mit ihrem Mann und einem gleichaltrigen Sohn in London lebt. Dort mag er sich zunächst nicht in das schnöde Leben eingliedern, wird zwar von seinem Cousin Matt in dessen Freundeskreis integriert, provoziert dort aber und fliegt gleich wieder raus. Ein blöder Schachzug, wie er erkennt, denn so ist er ganz allein. Also bittet er, in die Gang zurück zu dürfen und schlägt sogar eine Mutprobe vor, um sich behaupten zu können. Doch mit dieser Mutprobe hat er nicht gerechnet: Er soll in der ersten Schulwoche als Mädchen zur Schule kommen, um die den Jungs verfeindete Mädchenclique zu unterwandern und aufzumischen. Zum Erstaunen der Jungs gliedert er sich aber derart gut ein, dass man selbst als Leser den Eindruck bekommt, ob in Sam nicht sogar transsexuelle Tendenzen schlummern.

 

Mittlerweile ist Sams Vater, Crash genannt, aus dem Gefängnis frei gekommen und hat von dem Verbleib seines Sohnes in London gehört. Da außerdem ein Erbe eine große Rolle spielt, beschließt er, Sam zurück zu holen und reist mit seiner neuen Flamme Ottoleen nach England. Dort ist Stunk natürlich vorprogrammiert und um Sam vor Crash zu verstecken, wird die boy-to-girl-Nummer spontan verlängert. Dabei zieht die Verkleidung immer obskurere Kreise in der Schule, angefangen von einem Date mit dem Mädchenschwarm aus der 10. Klasse bis hin zu einer übereifrigen Mutter, die alles daran setzt, dass ihr Sohn auch mal eine Freundin abkriegt. Den Höhepunkt der Geschichte bietet letztendlich die Talentshow der Schule, in der auch Sam mit seiner Mädchenband auftritt und in der plötzlich Crash und Ottoleen unter den Zuschauern sitzen. In einem dramatischen Moment platzt Sams Tarnung…

 

Wenn auch keine echte Trans-Thematik in dem Buch verpackt wird, so wird doch stark mit Geschlechterrollen gespielt und provoziert, weil eben ein Junge, der in einer gutbürgerlichen Schule für ein Mädchen gehalten wird, mächtig Staub aufwirbelt. Was ist denn typisch männlich und typisch weiblich? Kann ein Junge nicht auch Gefühle zeigen? Dürfen Mädchen nicht auch American Football spielen und sich im Schritt kratzen? Wie kritisch ist der Vorwurf zu sehen, Sam werde wegen seiner neuen Rolle selbst immer mehr zum Mädchen? Es ist gut, dass die Figur Sam mit allem souverän umgeht und einfach ihre eigenen Regeln schafft: „So sind wir Mädchen eben“, rief er. „Wenn ihr das nicht rafft, ist das euer Problem“. Leider kann das Ende des Romans nicht überzeugen und wirkt unrealistisch.

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