Magdeburg: CSD-Forderungen in Teilen seit Jahren umgesetzt

MAGDEBURG. Der Christopher Street Day (CSD) in Magdeburg startet am Freitag, den 9. August 2019 wieder mit einem umfangreichen Programm. Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt freut sich über die umfangreiche Berichterstattung durch die Magdeburger Volksstimme am 6. August 2019. Im Artikel geht die Volksstimme unter anderem auf die Forderungen des Vereins CSD Magdeburg e.V. ein. Der LSVD Sachsen-Anhalt erklärt dazu:

Es war in der Vergangenheit immer gute Tradition, dass die Forderungen zum CSD vom Organisationsverein und von allen Mitmach-Verbänden gemeinsam getragen und in Kooperation mit dem Gleichstellungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg besprochen wurden. Dabei wurde stets eruiert was bereits erreicht wurde und was noch zu tun ist. Dies war in diesem Jahr nicht der Fall.

Queere Flüchtlingshilfe gibt es in Magdeburg seit 2017

Dies ist vermutlich auch der Grund, warum es eine CSD-Forderung nach einer Beratungsstelle für LSBTIQ*-Geflüchtete gibt, obwohl diese bereits seit 2017 in Magdeburg vorhanden ist. Sie wird inkl. offenen Treff vom Gleichstellungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg gefördert. Der LSVD als Träger dieses Angebotes bietet ein umfangreiches Hilfsangebot und unterhält ein Kooperationsnetzwerk mit den zuständigen Ämtern der Stadt, den LSBTI*-Ansprechpersonen in den Landesaufnahmeeinrichtungen, dem Flüchtlingsrat, der Caritas, RosaLinde Leipzig e.V., dem LSVD-Projekt „Queer Refugees Deutschland“ und anderen Einrichtungen. Regelmäßig freitags gibt es mit der „Rainbow Connection“ zudem einen offenen Treff für queere Geflüchtete und queeren Menschen aus anderen Ländern, der allen Interessierten offensteht und mit stets 10 bis 20 Teilnehmenden immer gern genutzt wird.

Zahlen des LSBTI*-Refugees-Projektes beim LSVD in Magdeburg:

2017:    29          Neu-Fälle/Klienten*innen aus 14 verschiedenen Ländern

2018:    24          Neu-Fälle/Klienten*innen aus 17 verschiedenen Ländern

Herkunftsländer u.a.: Iran, Irak, Kuwait, Gambia, Uganda, Libyen, Syrien, Afghanistan, Senegal, Somalia, Türkei, Kamerun, Polen, Vietnam, Georgien, Armenien, Saudi-Arabien, China, Venezuela u.v.m.

In vielen dieser Länder ist Homosexualität ein Tabu und wird mit schweren Strafen geahndet. Nicht wenige unserer Klienten haben traumatische Erfahrungen durch Verfolgung, Diskriminierung, Gewalt und Folter hinter sich. Zudem sind sie auch noch zusätzlich durch ihre Flucht gekennzeichnet, was eine intensive Unterstützung erforderlich macht. Viele der Menschen, die uns regelmäßig besuchen, haben in Deutschland Asyl beantragt bzw. sind bereits anerkannte Asylbewerber*innen.

Beratung für Opfer homo- und transphober Diskriminierung und Gewalt bereits seit 1997

Eine weitere Forderung des CSD Magdeburg besteht darin ein „dauerhaftes Projekt zur Beratung von Opfern“ von Beleidigungen und Angriffen zu schaffen. Ein solches Projekt unterhält der LSVD Sachsen-Anhalt bereits seit 1997.

Es wird vom Justiz- und Gleichstellungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt gefördert und beinhaltet neben persönlicher Beratung auch ein Überfalltelefon für LSBTI*-Opfer vorurteilsmotivierter Kriminalität.

In diesem Zusammenhang steht der LSVD u.a. auch in Kooperation mit der mobilen Opferberatung von Miteinander e.V.  Im Jahr 2018 führte der LSVD im Rahmen dieses Angebotes gemeinsam mit den „Ansprechpartnern für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Polizei Sachsen-Anhalt (AgL)“, dem Justiz- und Gleichstellungsministerium an der Fachhochschule Polizei des Landes Sachsen-Anhalt in Aschersleben einen Fachtag zu dieser Thematik durch.

Seit Anfang 2019 arbeitet der LSVD an der Neuausrichtung des Projektes. Das queere Anti-Gewalt- und Anti-Diskriminierungs-Projekt des LSVD in Sachsen-Anhalt hat mit „Queer & Trans Live Support“ eine neue Bezeichnung und soll deutlich machen, dass es sich dabei nicht nur um Beratung in Fällen von Gewalt und Diskriminierung handelt, sondern ergänzend um Beratung in allen Lebenslagen. Im Rahmen der aktuellen CSD-Wochen sind auch anonyme Befragungen über Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen durch dieses Projekt vorgesehen.

Infos zum Projekt „Queer & Trans Live Support“ hier: https://lsvd-lsa.de/support/

Stadt Magdeburg hat bereits einen „Aktionsplan für Geschlechtervielfalt und gegen Homophobie

Der CSD Magdeburg fordert unter anderem auch Bildungsangebote für Erzieher*innen und städtischen Mitarbeitern sowie die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs. Allerdings ist muss erwähnt werden, dass die Landeshauptstadt Magdeburg bereits einen lokalen „Aktionsplan für Geschlechtervielfalt und gegen Homophobie in der Landeshauptstadt Magdeburg“ hat, der auf Wirken von früheren CSDs und in Kooperation mit dem KGKJH, dem LSVD und anderen queeren Verbänden und Institutionen zustande gekommen ist und auch Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote beinhaltet. Nähere Informationen bietet hier gern das Gleichstellungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg.

Wir schreiben den 28. Juni 1969 – New York – The Big Apple – the City that never sleeps.
Das Stonewall Inn in der Christopher Street in New York ist zu diesem Zeitpunkt einer der angesagtesten Treffs für Schwule, Lesben und Transgender. Und natürlich gibt es auch damals schon Drag Queens. An jenem Abend des 28. Juni ist sie besonders stark gefüllt, denn zuvor war unter großer Anteilnahme der queeren Szene New Yorks die Schauspielerin und Ikone der Schwulen-Bewegung Judy Garland zu Grabe getragen worden. Es ist 1:20 Uhr am Morgen, als plötzlich Polizeibeamte das Stonewall Inn stürmen. Eine in den 60-er Jahren durchaus normale Situation, denn nicht nur in New York, sondern auch in anderen Städten, waren derartige Razzien leider an der Tagesordnung. Normalerweise wurden bei diesen Razzien die Identitäten der Besucher festgestellt und nicht selten kam es zu Verhaftungen und Anklagen wegen „anstößigem Verhaltens“ oder zur Veröffentlichung der Namen der Anwesenden, teilweise mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Dennoch ließen die queeren Besucher diese Razzien über sich ergehen. Doch am 28. Juni 1969 war etwas anders als sonst – in New York – in der Christopher Street. Die Besucher des Stonewall Inn ließen sich das Vorgehen der Polizei diesmal nicht gefallen und sie vertrieben die Polizisten gewaltsam. An den Tagen darauf solidarisierte sich die gesamte Community. Daraufhin verstärkte die Polizei ihre Aktivitäten und auch die Razzien nahmen zu. Doch die queere Szene New Yorks leistete auch in den nächsten Tagen erfolgreich erbitterten Widerstand. Und das fast eine ganze Woche lang. Denn erst nach 5 Tagen beruhigte sich die Szene rund um die Christopher Street. Die vielen Razzien, Unterdrückungen und Diskriminierungen über einen längeren Zeitraum hinweg brachten irgendwann das Fass zum Überlaufen. Die wegen angeblich „anstößigen Verhaltens“ Geächteten solidarisierten sich

Das Stonewall Inn zur Zeit des Stonewall Aufstandes im Jahre 1969.
© New York Public Library / CC-BY-SA-3.0 / Wikimedia.org

untereinander. Ende Juli 1969 kam es zur Gründung der Gay Liberation Front (GLF) in New York. Bereits zum Ende des Jahres war sie bereits in vielen anderen Städten und Universitäten der Vereinigten Staaten von Amerika vertreten. Bei der Entwicklung der Organisationen muss man jedoch zu bedenken geben, dass es sich hier nicht ausschließlich um eine Erfolgsgeschichte ohne Nebenwirkungen handelte. So durften bereits 1973 Trans*-Personen nicht mehr Mitglied der Gay Activists Alliance – kurz GAA, der Nachfolgeorganisation der GLF – sein. Die damaligen Verantwortlichen erhofften sich dadurch bessere Chancen für ein Antidiskriminierungsgesetz (Gay Rights Bill).

Nach der Entwicklung in den Vereinigten Staaten wurden später weltweit ähnliche Organisationen gegründet. So kämpften die Aktivisten unter anderem bald auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden für die Rechte der LSBTI*-Community. Im Jahr 1970 organisierte die Gay Liberation Front einen Marsch vom Greenwich Village – hier befand sich das Stonewall Inn – zum Central Park. Dieser sollte an den schwulen Aufstand in der Christopher Street erinnern. An diesem nahmen zwischen 5.000 und 10.000 Personen teil. Dies war der Grundstein für die heutigen Christopher Street Days. Sie finden seither in jedem Sommer statt und gedenken somit an die Ereignisse von 1969.

War es damals ein reiner Marsch durch New York, so haben sich die CSD’s heute weiterentwickelt. So auch bei uns in Magdeburg. Der Christopher Street Day ist kein Gedenkmarsch an einem einzigen Tag, sondern hat sich mittlerweile zu einer bunten queeren Kulturwoche mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen entwickelt, welche ihren Abschluss in dem Demonstrationszug durch Magdeburg mit anschließendem Stadtfest auf dem Alten Markt finden.

So gehören die traditionelle Hissung der Regenbogenfahnen mit Eröffnung im Magdeburger Rathaus ebenso dazu, wie das queere Fußballturnier, die les-bi-schwule Literaturnacht, politische Diskussionsrunden oder Workshops zum Thema Safer Sex.

Hättet ihr es gewusst?

Am 24. Juni 2016 hat der damalige US-Präsident Barack Obama die New Yorker Bar „Stonewall Inn“ und seine Umgebung zum Nationaldenkmal erklärt. Damit ist die berühmte Kneipe das erste Nationaldenkmal der USA, das die Geschichte des Kampfes für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern (LGBT) erzählt.

Natürlich gehört auch in Magdeburg, wie zu jedem CSD in Deutschland, ein buntes und abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Natürlich gibt es auch im Rahmen dieses Bühnenprogramms eine Diskussionsrunde mit Politikern zu queerpolitischen Themen, und es werden die Forderungen an Stadt und Land verlesen. Nur müssen wir aufpassen, dass die CSDs nicht zu reinen Spaßveranstaltungen verkommen. Sie finden jährlich statt, weil sich die Community gegen die jahrelange Unterdrückung und Diskriminierung gewehrt hat. Sie hat angefangen für Ihre Rechte zu kämpfen. Man kann meinen, es sei schon viel erreicht: Die Ehe für alle oder das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Doch nichts ist beständig. All das bisher Erreichte ist nur in Gesetzesform „gegossen“. Und Gesetze kann man bei anderen Mehrheiten einfach ändern. Gerade jetzt wo europa- und deutschlandweit die Rechtspopulisten immer stärker werden, müssen wir aufpassen, dass das Erreichte sich nicht wieder in Luft auflöst. Deshalb ist es wichtig die sexuelle und geschlechtliche Identität mit in Artikel 3 des Grundgesetzes und Artikel 7 der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt aufzunehmen. Denn Änderungen des Grundgesetzes oder der Landesverfassung sind nur durch 2/3 Mehrheiten möglich.

Deshalb geht raus auf die Straße und beteiligt Euch an den CSDs, ob im Hintergrund bei der Organisation oder direkt auf der Straße als Teilnehmer bei de r Demonstration. Werdet Mitglied in Vereinen wie beispielsweise dem Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt, die für Eure Rechte kämpfen und dafür, dass diese auch erhalten werden. Geht raus und zeigt Flagge – die Regenbogenflagge – denn wer sich versteckt, wird auch nicht wahrgenommen.

In diesem Sinne: Happy Pride.

Mathias Herrmann

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Das Medienprojekt GOQUEER gewann am 16. Juni 2018 zur Preisverleihung im Moritzhof in Magdeburg einen von zwölf JugendEngagaementPreisen. Nach längerem Zittern im Publikum durften die Jugendlichen auf die Bühne und ihren Preis entgegen nehmen: Eine Krone als Trophäe, eine Urkunde und einen Check für 6.000 Flyer im Wert von 500 Euro. Angefangen hatte der Laudator Stefan Vogt mit der Frage: „Was ist eigentlich normal? An welchen Kriterien wird dies festgelegt?“ Mit diesen beiden Fragen leitete Vogt geschickt zum Medienprojekt GOQUEER über.

GOQUEER ist ein Projekt des Jugendtreffs COME IN aus Magdeburg. Jeden Monat produzieren die Jugendlichen im Offenen Kanal Magdeburg eine 30-minütige Sendung, welche sich mit Themen wie der geschlechtlichen Identität und Sexualität beschäftigt.Ausgestrahlt werden die Folgen im Offenen Kanal und auf dem YouTube-Kanal der Sendung. Damit möchten die Jugendlichen die Gesellschaft für verschiedene queere Themen sensibilisieren, aufklären und Vorurteile bzw. Diskriminierung abbauen.

Was ist der JugendEngagaementPreis?
Der Jugendengagementwettbewerb wird von „Freistil-Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt“ und dem Veranstalter der „Freiwilligenagentur Halle-Saalekreis e.V.“ organisiert. Unter dem Motto „Zeig was du machst!“, kann jeder mit seinem Projekt mitmachen. Der Preis dient zur öffentlichen Anerkennung von jugendlichem Engagement in den verschiedensten Bereichen wie Medien, Kultur, Sport, Soziales oder Umwelt.

Tessa Scheffler

LSVD: „Paragraph 175 und jahrzehntelanges Unrecht dürfen sich nicht wiederholen“

Sexuelle Vielfalt verfassungsrechtlich schützen

Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen-Anhalt fordert von Landtag Ergänzung der Landesverfassung und Unterstützung der Berliner Bundesratsinitiative

MAGDEBURG. Auf Beschluss des Berliner Senats wird es eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Grundgesetzes geben. Damit sollen die Merkmale der sexuellen und geschlechtlichen Identität in den Schutzbereich des Artikels 3, Absatz 3 des Grundgesetzes aufgenommen werden. Dementsprechend soll laut Koalitionsvertrag der Kenia-Koalition auch der Gleichbehandlungsartikel der Landesverfassung geändert werden. Auf Antrag der Fraktion DIE LINKE debattierte heute der Landtag von Sachsen-Anhalt dazu. Der Antrag zur Unterstützung der Bundesratsinitiative wurde in den Rechtsausschuss verwiesen.

Dazu erklärt der LSVD Sachsen-Anhalt:

„Gemäß Grundgesetz und Landesverfassung ist die Würde des Menschen unantastbar. Dennoch gab es den Paragraphen 175 und Verurteilungen von Homosexuellen allein aufgrund ihrer sexuellen Identität. Jahrzehntelang wurden verurteilte Homosexuelle in Deutschland nicht rehabilitiert. Menschenrechtsverletzungen wurden hingenommen und dadurch Ungleichheit von Menschen mit anderen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten in der Gesellschaft fortgeschrieben.“

„Erst 2017 bekannte sich der Bundestag in seinem Beschluss, dass frühere Schuldsprüche wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen unter erwachsenen Männern Unrecht waren und beschloss die Urteile aufzuheben und Opfer zu entschädigen.“

„Die Vergangenheit beweist eindeutig, dass die sexuelle Vielfalt der Menschen verfassungsrechtlich nicht geschützt ist. Eine Konkretisierung der Gleichbehandlungsartikel in Grundgesetz und Landesverfassung durch Aufnahme des Merkmals der sexuellen und geschlechtlichen Identität würde den verfassungsrechtlichen Diskriminierungsschutz garantieren. Unrecht wie der Paragraph 175 und die jahrzehntelange Missachtung der Würde von Homosexuellen dürfen sich in nicht wiederholen.“

„Der LSVD fordert von der CDU in Sachsen-Anhalt ein Einsehen zu haben und die Blockadehaltung aufzugeben. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) sollen endlich den verfassungsmäßigen Diskriminierungsschutz erhalten, den sie als Teil der Gesellschaft verdienen!“

Hintergrund:

Die Ergänzung des Gleichheitsartikels im Grundgesetz war bereits im Jahr 1990 Bestandteil des ersten Grundsatzprogrammes unseres Verbandes. Viele LSBTI*-Organisationen, insbesondere die CSDs, haben über die folgenden 28 Jahre die zentrale Forderung des LSVD aufgegriffen. Deren Umsetzung ist längst überfällig.

Zur Chronik der LSVD-Kampagne zur Ergänzung von Artikel 3 und der Gleichbehandlungs-artikel in den Landesverfassungen der Bundesländer: http://www.artikeldrei.de/chronik/

Antrag der Fraktion DIE LINKE im Landtag von Sachsen-Anhalt | Drucksache 7/2864 >>>

Der Antrag wurde in den Ausschuss für Recht, Verfassung und Gleichstellung überwiesen.

Draußen wird es immer wärmer trotzdem war das Team vom Medienprojekt GOQUEER wieder im TV-Studio und hat eine neue Folge ihres Formates GOQUEER ON FOCUS produziert. Wie immer gibt es Neuigkeiten aus der Welt, Deutschland und Sachsen-Anhalt.

Als Gast ist dieses Mal Iris von LGBT*–Referat „Dyke&Gay“ der Universität Magdeburg mit dabei. Des Weiteren erfahrt ihr queere Veranstaltungstipps für Sachsen-Anhalt und teilweise auch Deutschland weit.

Das Ergebnis sieht ihr Hier…

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Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen-Anhalt fordert klare Distanzierung von EKM, Kommunal- und Landespolitik | Arbeit des Vereins gefährlich

Magdeburg. Die im Jahr 2014 bekannt gewordenen Homo-Heilungsseminaren des Bennunger Vereins Leo e.V. um Pfarrer Bernhard Ritter riefen große Proteste, eine Landtagsdebatte und Verurteilungen von Politik und Gesellschaft hervor. Der Paritätische Landesverband Sachsen-Anhalt hob die Mitgliedschaft in dessen Wohlfahrtsverband auf und der Landkreis Mansfeld-Südharz entzog dem Verein die Anerkennung als Freien Träger der Kinder und Jugendhilfe.

Nach einer Klage und Gerichtsverfahren ist Leo e.V. heute wieder als Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt, weil nicht nachgewiesen werden konnte, was in den Seminaren tatsächlich passierte.

Konkrete Beweise durch neue Recherchen und veröffentlichte Seminarunterlagen

Neue Recherchen des Journalisten Silvio Duwe bringen aber konkrete Beweise zu Tage, woraus hervorgeht, dass Leo e.V. und Bernhard Ritter keinerlei Einsicht und Schlüsse aus der Debatte von 2014 gezogen haben. Die Seminare zur Heilung von Homosexuellen gehen weiter. Veröffentlichte Seminarunterlagen aus einem noch bis zum 21.04. stattfindenden Seminar belegen jetzt klar, dass Homosexualität als ‘Störung’ eingestuft wird. Nach Bernhard Ritter sei Homosexualität eine Folge von Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen.

Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt sieht die weitere Arbeit des Vereins Leo e.V. als äußerst gefährlich und inakzeptabel an und stellt folgende Forderungen:

LSVD-Forderungen an die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM):

– Klare öffentliche Distanzierung von den Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit von Pfarrer i.R. Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen” durch den Landeskirchenrat der EKM

– Aberkennung der Ordination als Pfarrer i.R.* im Rahmen eines Disziplinarverfahrens gemäß Pfarrergesetz – PfG der VELKD

*Pfarrer im Ruhestand unterstehen weiter der Lehrverpflichtung und der Amtspflicht (§§ 66 bis 68 Pfarrergesetz – PfG) und damit der Lehraufsicht und der Disziplinargewalt.

LSVD-Forderungen an die Kommunalpolitik im Landkreis Mansfeld-Südharz:

– Erneute Aberkennung als Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe aufgrund konkret vorliegender Seminarunterlagen, die die Untauglichkeit untermauern
– Keine weitere Vergabe öffentlicher Aufträge durch den Landkreis und der Gemeinde Südharz an den Verein Leo e.V.
– Klare öffentliche Distanzierung von den konkreten Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit des Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“ durch die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Dr. Angelika Klein sowie durch die Kommunalpolitiker*innen des Landkreises und der Gemeinde Südharz

LSVD-Forderungen an Justiz- und Gleichstellungsministerin Annemarie Keding:

– Klare öffentliche Distanzierung von den konkreten Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit des Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“ durch Justiz- und Gleichstellungsministerin Annemarie Keding, die für die Umsetzung des Landesprogramms gegen Homo- und Transphobie zuständig ist

LSVD-Forderungen an die Fraktionen im Landtag von Sachsen-Anhalt:

– Klare öffentliche Distanzierung von den konkreten Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit des Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“
– Ausschussbefassung zum Thema: Entzug Gemeinnützigkeit | Keine öffentlichen Mittel | Ende der Kinder- und Jugendarbeit

  • Prüfung, inwiefern es rechtliche Möglichkeiten zum Entzug der Gemeinnützigkeit des Leo e.V. gibt
  • Prüfung, inwiefern der Landkreis Mansfeld Südharz unterstützt werden kann, um die Aberkennung des Vereins Leo e.V. als Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe rechtssicher umgesetzt werden kann
  • Erweiterung von Fördermittelkriterien, wonach Organisationen wie Leo e.V., die eindeutig gegen das Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen oder dem AMG zuwiderhandeln, keine öffentlichen Mittel mehr erhalten

Der LSVD Sachsen-Anhalt stellt klar: Für Homophobie darf es keine Förderung geben

Anbieter solcher Therapieangebote finanzieren sich überwiegend durch Spenden. Die Gemeinnützigkeit ist somit Existenzgrundlage. Träger wie Leo sind aber nicht gemeinnützig, sondern gefährlich. Die staatlichen Stellen müssen in diesen Fällen die Gemeinnützigkeit aberkennen. Für Homophobie darf es keine Förderung geben.

Hintergrund:

Martin Pfarr, langjähriges Landes- und Bundesvorstandsmitglied des LSVD kommentierte 2014:

„Der Verein Leo wurde von Bernhard Ritter gegründet, ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter und schon damals mit religiös-verbrämter Homophobie aufgefallen. Wir vom LSVD Sachsen-Anhalt protestierten lautstark. Therapieangebote sind gefährlicher Unsinn und verunsichern insbesondere lesbische und schwule Jugendliche. Diese benötigen vielmehr Anerkennung und persönliche Unterstützung. Es ist die Pflicht der Landesregierung für ein diskriminierungsfreies Umfeld zu sorgen. Die Denunzierung von Homosexualität als psychische Krankheit oder sündhaftes Laster ist alles andere als hilfreich.”

Hier zum vollständigen Blog-Beitrag von Martin Pfarr aus dem Jahr 2014:

#HomoHeilerGate im Südharz

 

PRESSEMITTEILUNG des LSVD Sachsen-Anhalt e.V. | 16. April 2018

LSBTI* ins Grundgesetz aufnehmen

Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen-Anhalt fordert die Landesregierung zur Unterstützung der Berliner Bundesratsinitiative auf

 

Magdeburg. Auf Beschluss des Berliner Senats wird es eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Grundgesetzes geben. Damit sollen die Merkmale der sexuellen und geschlechtlichen Identität in den Schutzbereich des Artikels 3, Absatz 3 des Grundgesetzes aufgenommen werden.

Der LSVD Sachsen-Anhalt begrüßt eine erneute Bundesratsinitiative zur Schaffung eines verfassungsmäßig verbrieften Diskriminierungsschutzes von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) ausdrücklich und fordert die Landesregierung auf, die Bundesratsinitiative zur Ergänzung des Artikels 3, Absatz 3 Grundgesetz zu unterstützen.

„Die Ergänzung des Gleichheitsartikels im Grundgesetz war bereits im Jahr 1990 Bestandteil des ersten Grundsatzprogrammes unseres Verbandes. Viele LSBTI*-Organisationen, insbesondere die CSDs, haben über die folgenden 28 Jahre unsere zentrale Forderung aufgegriffen. Deren Umsetzung ist längst überfällig.“ erklärt Grit Merker vom Landesvorstand des LSVD Sachsen-Anhalt.

Mathias Fangohr vom Landesvorstand des LSVD Sachsen-Anhalt ergänzt: „Auch innerhalb Sachsen-Anhalts besteht Handlungsbedarf. Der Koalitionsvertrag der Landesregierung sieht ganz klar die Ergänzung des Gleichheitsartikels der Landesverfassung (Artikel 7, Absatz 3) vor. Bisher ist nichts geschehen. Hier ergeht ebenfalls die Aufforderung an die Landesregierung, endlich zu handeln. Geben Sie Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) endlich den verfassungsmäßigen Diskriminierungsschutz, den sie als Teil der Gesellschaft verdienen! Der LSVD streitet für Akzeptanz und Schutz von Vielfalt ohne Kompromisse.“

 

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist ein Bürgerrechtsverband und vertritt die Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*). Gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTI* als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden.

 

Was kann man von einem Titel, wie „Verkehrsunfälle“ erwarten?

Wer hier an Sexpannen und lustige Episoden aus dem Schlafzimmer denkt, liegt sogar goldrichtig. Max Hold erzählt in seinem Buch einige besonders erwähnenswerte Episoden aus seinem langjährigen und sehr ausgefüllten Liebesleben. Wortspiele sind hier an der Tagesordnung: Suppe3000, Sportlich zu dritt, Versteckspielen, Horny horny horny, Statistik… Vieles scheint nur auf das Eine hinauszulaufen, aber was das Buch angenehm macht, ist das Drumherum und die Ausschmückungen. Vom Niveau lässt das Buch sämtliche Pornos glücklicherweise hinter sich zurück – zumindest in den meisten Geschichten. Vieles wirkt aber auch konstruiert. Auf Tiefgang darf man beim Lesen nicht hoffen, aber bei dem Titel erwartet das wohl auch niemand. Wer das im Hinterkopf hat und sich auf die Ebene des Humors einlässt, kann einige belustigte Abende mit dem Buch verbringen und nebenher sogar bei eins, zwei Liebesgeschichten mitfiebern.

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Wieder ist es geschafft, wir haben die neuste Folge GOQUEER ON FOCUS im Kasten! Neben herunterfallenden Bildern haben wir wieder aktuelle Themen aus dem queeren Weltgeschehen für euch zusammengetragen und einen wunderbaren Gast auftreiben können. Ganz nebenbei haben wir unser Studio noch einmal vollkommen ungekrempelt, denn:
Was wollen wir? Coole Lichteffekte und tolle Möbel! Wann wollen wir das? Ab sofort!
Kein Problem, in dieser Folge von GOQUEER ON FOCUS könnt ihr unser Studio schon im nagelneuen Look bewundern!
Ihr könnt euch außerdem an News über Felix Jaehn, Britney Spears und noch einigem mehr erfreuen!

Zusätzlich haben wir Phillip vom Jugendnetzwerk Lambda Sachsen-Anhalt, der euch einiges über seine Arbeit im Netzwerk und über das Netzwerk an sich berichtet. Dabei lässt er keine Frage offen und versorgt euch mit ausführlichen Erklärungen, den anstehenden Events des Netzwerks und den neusten Infos über die laufenden und bald startenden Angebote seitens des Netzwerks.

Nun wären wir nicht wir, würden wir unseren Gast nicht auf die Probe stellen, aber wie das aussieht, schaut ihr euch am besten selbst an.

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Inhalt

Paula ist heimlich in ihre Klassenkameradin Charlotte verliebt. Diese ist jedoch mit Michael liiert und scheint im ersten Moment kein Interesse an Paula zu haben. Daraufhin lässt sich Paula auf ihren Klassenkameraden Tim ein. Tim hegt jedoch echte Gefühle für Paula, die ihn eigentlich nur als Ablenkung sieht. Schon bald wird ihr klar, dass das nicht funktioniert und möchte Charlotte wieder näherkommen. Auf einer Party kommen sich Charlotte und Paula endlich näher, sodass es fast zum Kuss kommt. Auch Charlotte wird nun bewusst, dass sie mehr für Paula empfindet. Somit trennt sie sich von Michael. Doch währenddessen verführt Lilli, eine Klassenkameradin, Paula. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen. Aber schon bald ist ersichtlich, dass Lilli nur mit den Gefühlen von Paula spielt und erzählt in der Schule herum, dass die zwei eine intime Nacht hatten. Charlotte bekommt dies mit und ist verletzt. So entwickelt sich ein Konflikt/Streit zwischen Paula und Charlotte, indem sich die beiden das erste Mal gestehen wie sie füreinander fühlen. Auf einer Party stellt Paula Lilli zur Rede und ertränkt sie fast in einem See.

 

Pro/Kontra

Die Regisseurin, Monja Art, zeigt eine ganz neue Sichtweise auf das Thema Homosexualität. Für jede Figur im Film ist es selbstverständlich, dass zwei Frauen oder zwei Männer zusammen sein können. Somit lässt der Film hoffentlich in die baldige Zukunft blicken. Mit vielen eingestreuten Grafiken wie Social-Media Beiträgen oder Chat-Nachrichten bekommt der Film eine moderne Fassade. Auch Gedankensequenzen, die die gewünschte Situation der Protagonisten zeigen verdeutlichen und untermalen die Handlung. Ein moderner und positiver Film im Hinblick auf das Thema Homosexualität. Der Film endet mit einem offenen Schluss. Der Zuschauer weiß nicht, ob die beiden nun zusammen sind oder ihre eigenen Wege gehen. Dies ist ziemlich schade, da man den Eindruck hat, dass der Film eigentlich noch gar nicht zu Ende ist bzw. die ganzen geschehenen Handlungen zu keinem wirklichen Ergebnis führen. Ebenso wird der Konflikt zwischen den zwei Protagonisten ziemlich extrem dargestellt, obwohl die beiden sich vorher nie gesagt haben, was sie füreinander fühlen. Eine Szene, in der dies vor dem klarer wird wäre als Vorbasis für den Konflikt besser gewesen.

Hier Siehst du das ganze Video

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