Copyright © mvg Verlag
Autor: Dossie Easton & Janet W. Hardy
Seiten: 304
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-868-82508-4
Preis: 16,99 €

Der Titel mag abschreckend klingen, aber vielleicht wird er angenehmer zu lesen, wenn man die Moral darin besonders betont. Zugegeben, im Deutschen wirkt auch das noch nicht so versöhnlich. Nehmen wir dies erst einmal so hin, denn was macht Ethik im sogenannten Schlampenleben aus? Und woher kommen all die negativen Bilder, die man beim Wort Schlampe vor Augen hat? Was sexuelle Freizügigkeit angeht, hält die Gesellschaft sofort gewisse Werte parat. Doch nicht nur darum und um das Hinterfragen dieser Werte geht es in diesem Buch, sondern in erster Linie sogar um das glückliche Zusammenleben von Menschen im Allgemeinen.

Hierbei werden ganz grundlegende Tipps zum Zusammenleben und miteinander auskommen im Allgemeinen geliefert. Zunächst: Man kann mehr als nur einen Menschen lieben. Wenn man näher drüber nachdenkt, ist das sogar ganz logisch. Wenn Eltern mehrere Kinder haben, werden diese in der Regel ja auch gleichermaßen geliebt. Es gibt keinen inneren Vorrat an Zuneigung, den man Gefahr läuft aufzubrauchen, sollte man mehr als nur eine Person lieben, sondern Zuneigung und Liebe sind unerschöpflich. Das einzige, was passieren kann, ist dass sie durch andere Gefühle verdeckt werden.

Und hier ist es wichtig, die Ursachen bei sich selbst zu suchen. Auch hierauf geht das Buch ein. Wer für negative Stimmungen anderen die Schuld gibt, wird dadurch nicht glücklicher. Dabei kann jegliche als negativ empfundene Emotion eine Chance sein, über sich selbst zu lernen. Warum fühle ich so? Was ist der Auslöser? Was kann man an der Situation verbessern, um die negativen Emotionen zu vermeiden?

Bei all der Selbst- und Situationsanalyse sollte man jedoch nicht vergessen, sich selbst weiterhin zu lieben. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann offen auf andere Menschen zugehen. Und auch ganz wichtig: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch in zwischenmenschlichen Interaktionen macht man selbst immer wieder einige Fehler. Diese Fehler darf man machen! Wie soll man sonst daraus lernen? Und man darf sie sogar mehrmals machen, denn nur durch wiederholte Übung kann man sich nach und nach verbessern.

Natürlich geht das Buch auch auf andere als die weit etablierten Beziehungsformen ein. Polyamorie und offene Beziehungen werden total selbstverständlich behandelt und Herausforderungen dieser Konstellationen beleuchtet. Wie geht man mit Eifersucht um? Was kann sie für Chancen bieten? Wie verhandelt man Abmachungen? Wie löst man Konflikte? Wie regelt man das Aufziehen von Kindern?

Vermutlich wird jeder beim Lesen dieses Buches das ein oder andere Mal an die Grenzen seiner Komfort-Zone geraten. Mir persönlich gab es an einigen Stellen neue Denkanstöße und hat dazu eingeladen, manche Ansichten aus neuer Perspektive zu betrachten. Und das alles in völlig natürlicher Sprache und Schreibstil. Man fühlt sich richtig wohl beim Lesen, da der Grundtenor ist, dass man selbst als Leser ein wichtiger Mensch ist, verstanden wird und natürlich auch verstanden werden will. Die Passagen sind sehr einfühlsam geschrieben und machen es leicht, sich selbst dabei gelegentlich in Frage zu stellen. Und ich halte dieses Buch für besonders wichtig, da es zu einem friedvolleren Zusammenleben der Menschen untereinander beitragen kann. Das fängt beispielsweise schon damit an, dass man anderen einen Dank aussprechen kann, wenn man angemacht wird. Auch wenn das vielleicht nervig ist, immerhin hat dort gerade jemand bekundet, dass du, genau du, in seinen Augen attraktiv bist. Ist das nicht Anerkennung wert?

Was in Beziehungen hilft, hilft sicherlich auch im Alltag, auf Arbeit, im Freundeskreis oder wo man noch überall mit anderen Menschen kommuniziert. Überall dort sollte man nichts als selbstverständlich voraussetzen, sondern über Erwartungen reden. Somit ist diese Lektüre trotz des Fachbuchcharakters und der Notwendigkeit, sich zum Lesen immer mal einen Stubs verpassen zu müssen, absolut lesenswert.

Robert T.

 

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LSVD: „Es ist genug Ehe für alle da”

MAGDEBURG. In der heutigen Magdeburger Volksstimme beklagt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU), dass der Beschluss zur Ehe für alle im Deutschen Bundestag am 30.06.2017 seiner Meinung nach zu schnell kam. „Für eine wirkliche Debatte blieb keine ausreichende Zeit”, so Haseloffs Zitat in der Volksstimme. Dazu erklärt Mathias Fangohr als Mitglied des Landesvorstandes des Lesben- und Schwulenverbands Sachsen-Anhalt (LSVD):

„Für uns Lesben und Schwule sorgt diese Äußerung unseres Ministerpräsidenten für ratloses Kopfschütteln. Seit Gründung unseres Verbandes unter Eduard Stapel noch zu DDR-Zeiten am 18.02.1990 in Leipzig und anschließendem ersten Verbandstag am 23. Juni 1990 in Magdeburg – noch vor der Wiedervereinigung – kämpfen wir landes- und bundesweit für die Öffnung der Ehe für alle. Seit 27 Jahren führen wir eine gesamtgesellschaftliche öffentliche Debatte bei intensiver Einbindung der Politik auf allen Ebenen, und nicht zuletzt auch auf den Christopher Street Day-Veranstaltungen in Halle und Magdeburg.”

„Offensichtlich hat Dr. Reiner Haseloff diese intensive Debatte in knapp 3 Jahrzehnten vollkommen verschlafen. Anders kann man sich die Äußerung „für eine wirkliche Debatte blieb keine ausreichende Zeit” nicht erklären.”

„Dabei war die Ehe für alle in der Vergangenheit bereits mehrfach auf der Tagesordnung des Landtages. Und die seit 2016 bestehende schwarz-rot-grüne Landesregierung um Ministerpräsident Haseloff hat sich die Gleichstellung von LSBTI* sogar selbst in den Koalitionsvertrag geschrieben. Hier heißt es auf Seite 37:

„Wir bekennen uns in Sachsen-Anhalt und auf Bundesebene zu einer Gleichstellung der Lesben, Schwulen, bisexuellen-, trans- und interidenten Menschen und engagieren uns in Sachsen-Anhalt wie auf der Bundesebene für die Abschaffung aller Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität.”

„Die Eingetragene Lebenspartnerschaft war eine Ehe zweiter Klasse und damit eine klare Diskriminierung. Darum hatte das Bundesverfassungsgericht mehrfach Nachbesserungen gefordert. Mit der Ehe für alle sind nach 27 Jahren Debatte endlich gleiche Rechte und Pflichten geschaffen. Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt fordert von Ministerpräsident Haseloff diesen vollendeten politischen Willen zu akzeptieren. Es ist genug Ehe für alle da.”

 

Nach 20 Jahren Landesförderung noch kein Bescheid für 2017

 

MAGDEBURG. Seit den 1990er Jahren fördert das Land Unterstützungs- und Beratungsangebote von und für Lesben, Schwule, bi-, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) in Sachsen-Anhalt. Dazu stellt das Land den vier Vereinen (LSVD Sachsen-Anhalt, Jugendnetzwerk Lamda, BBZ lebensart und Dornrosa e.V.) mit ihren Sitzen in Halle und Magdeburg jährlich ca. 50.000 Euro zur Projektfinanzierung bereit. Alle Vereine arbeiten ehrenamtlich. Auch für 2017 und 2018 sind die Mittel im Haushalt des zuständigen Ministeriums für Justiz- und Gleichstellung eingeplant. Dennoch wartet der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt (LSVD) trotz fristgerechter Antragstellung im September 2016 weiterhin auf seinen Fördermittelbescheid für das Jahr 2017.

 

Dazu erklärt Mathias Fangohr, Sprecher des LSVD-Landesvorstandes:

 

„Der LSVD unterhält für seine Projekte zur Beratung und Akzeptanzförderung von LSBTI*, notwendige Beratungs- und Geschäftsräume zuzüglich Betroffenenkompetenz in Magdeburg. Finanziert wird die vollständig ehrenamtliche Arbeit inkl. Weiterbildung und Fachveranstaltungen seit fast 20 Jahren jährlich aus Mitteln der Projektfinanzierung durch das Land. Bislang hat das gut geklappt. Doch seitdem Ministerin Anne-Marie Keding das Justiz- und Gleichstellungsministerium übernommen hat, hakt es an allen Enden.“

 

„Unser Fördermittelbescheid für beantragte 17.592 Euro ist noch immer nicht da. Und was noch schwerwiegender ist: Wir warten seit Januar auf die Erlaubnis zum ‚Vorzeitigen Maßnahmenbeginn‘. Unsere Zahlungen der Miete und aller Nebenkosten basieren schon jetzt auf Schulden. Ohne die privaten Darlehen von Mitgliedern könnten wir schon zuschließen. Der LSVD steht kurz vor der Insolvenz. Und das nur, weil das Land im Haushalt eingestellte Mittel nicht freigibt. Bei der Antragsbehandlung werden uns vom Landesverwaltungsamt stets neue Steine in den Weg gelegt und ‚Nachbesserungen‘ eingefordert, die wie Schikane wirken. Von Unterstützung keine Spur.“

 

„Wir als Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt haben mittlerweile den Eindruck, dass diese Zermürbungs- und Ausblutungstaktik politisch motiviert ist. Wir wissen, dass unsere Anträge neben dem Landesverwaltungsamt auch von Kedings Ministerium geprüft werden. Mit ernsthaftem Interesse an les-bi-schwuler Aufklärungs- und Beratungsarbeit glänzt die Ministerin bisher nicht. Und ein starker, seit 27 Jahren auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene agierender, gesellschaftlich und politisch anerkannter les-bi-schwuler Bürgerrechtsverband, dem größten in Sachsen-Anhalt und in Deutschland, ist offensichtlich auch nicht im Sinne eines CDU-geführten Ministeriums. Eine Kappung der Finanzierung würde gut ins Bild passen.“

 

„Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt erwartet von den Politikerinnen und Politikern der schwarz-rot-grünen Landesregierung, die gesellschaftlichen Leistungen des LSVD im Land und Bund anzuerkennen und dafür zu sorgen, dass der LSVD und die anderen les-bi-schwulen Verbände in Nord und Süd finanziell abgesichert sind, um die notwendige Arbeit weiter leisten zu können. Wir Lesben und Schwule können jetzt zwar heiraten, aber viele leiden weiter unter Diskriminierung, Ausgrenzung oder gar offener Gewalt. Hier muss Politik und Gesellschaft gegensteuern.“

 

Wichtiger Hintergrund:

 

Die seit den 1990er Jahren bestehende Förderung von LSBTI*-Beratungsangeboten im Land Sachsen-Anhalt ist unabhängig vom Beschluss zum LSBTTI-Aktionsprogramm. (Landtagsbeschluss vom 29.01.2015).

 

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist ein Bürgerrechtsverband und vertritt die Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*). Gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTI* als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden.

Pünktlich zu Pfingsten ist unsere aktuelle Terminübersicht für die Monate Juni und Juli erschienen. Sie kann unter https://lsvd-lsa.de/download/termine2017-06.pdf heruntergeladen werden.

Fällt Ihnen auf, dass Termine fehlen, schreiben Sie uns an. Wir nehmen sie dann gern in die nächste Übersicht mit auf.

Seit dem 01.06.2017 gibt es im Regenbogencafé des LSVD einen regelmäßigen Treffpunkt für queere Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung. Dort können sich Interessierte an einem geschützten Ort treffen und kennenlernen sowie Beratung und Unterstützung erhalten.
Ziel ist es, den Austausch zwischen alteingesessenen und neu
hinzugekommenen Bürger*innen zu fördern, Barrieren abzubauen, ein soziales Miteinander zu pflegen und Unterstützung und Beratung zu bieten, sofern dies im Rahmen der Veranstaltung möglich ist.

Der Treff ist immer donnerstags von 19:00 bis 22:00 Uhr.

Ansprechpartner: Georg Matzel / georg.matzel@lsvd.de

RAINBOW CONNECTION – Ein Projekt des LSVD Sachsen-Anhalt mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg.

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[EN]

“Rainbow Connection – The Meeting Point For Queer Internationals And Friends In Magdeburg”

Beginning with Thursday, 1st of June 2017, there will be a regular
meeting place for queer migrants and displaced people and their
friends at the LSVD Regenbogencafé (Schäfferstraße 16; 39122 Magdeburg).

There, interested people can meet and get together in a safe space, and also get support if needed.
The intention is to encourage the exchange between new citizens and long-time residents, take down barriers, encourage socialising and to provide support, if possible.

The meeting point will take place every Thursday from 7pm to 10pm.

Contact person is: Georg Matzel / georg.matzel@lsvd.de

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[E]

“Rainbow Connection – The Meeting Point For Queer Internationals And Friends In Magdeburg”
A partir del 01.06.2017 habrá un punto de encuentro para personas desplazadas o inmigrantes queer / LGBT y sus amig@s en el Regenbogencafé del LSVD (Schäfferstraße 16; 39122 Magdeburg. Allí, la gente podrá juntarse y conocerse en un lugar protegido y recibir apoyo, si es posible.
La intención es promover el intercambio entre ciudadan@s nuev@s y establecid@s, romper las barreras, sociabilizar y proveer apoyo, si es posible.
El encuentro tendrá lugar siempre los Jueves de 7pm a 10pm. Persona de
contacto: Georg Matzel / georg.matzel@lsvd.de

Nachdem bereits 2015 von Bundesjustizminister Heiko Maas eine Straßenbenennung im Norden Magdeburgs vorgenommen werden konnte, wurde nun dem Sexualforscher und bekanntem Bürger der Stadt Magdeburg, Dr. Magnus Hirschfeld, eine Gedenktafel am Ulrichshaus gestiftet.
Mit seiner Forschung bereitete Hirschfeld der 1. Homosexuellenbewegung in Deutschland maßgeblich den Weg und setzte sich schon frühzeitig für die Abschaffung des Paragrafen 175 RStGB ein. Wir danken dem Stadtrat für die Beschlussfassung, sowie dem Kulturbüro und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld für die Umsetztung der Gedenktafel, die sich gut in die Fassade des Ulrichshauses einfügt. Mit dieser Tafel setzt die Stadt Magdeburg den zweiten Teil einer langjährigen Forderung des LSVD Sachsen-Anhalt zur Schaffung eines Gedenkortes für Dr. Magnus Hirschfeld um, und setzt damit in Zeiten von Erstarken revisionistischer Ansichten ein bemerkenswertes Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz!

Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai 2017

Aktionen gegen Diskriminierung in Magdeburg und Hall

Am 17. Mai begehen LSBTI* international den Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). Auch in Sachsen-Anhalt nehmen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) diesen Tag zum Anlass, um auf die Diskriminierung und Verfolgung queerer und nichtheteronormativer Menschen hier und im Rest der Welt aufmerksam zu machen. Zeitgleich finden dazu am kommenden Mittwoch um 18 Uhr in Magdeburg und Halle Aktionen statt.

Rainbowflash auf Bahnhofsvorplatz in Magdeburg

In Magdeburg ruft der Jugendtreff „COME IN“ des LSVD Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem CSD Magdeburg e.V. zur Teilnahme am Rainbowflash auf. Treff ist ab 17:30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof. Um 18:00 Uhr startet der Rainbowfllash aus hunderten bunten Luftballons. Alle Magdeburger aus Politik und Gesellschaft sind herzlich eingeladen, mitzumachen.

Rainbowflash auf dem Marktplatz in Halle

In Halle lädt der Arbeitskreis QUEER Halle alle Menschen ganz herzlich zur Teilnahme am Rainbow-Flash auf. Treff ist ab 15:30 Uhr auf dem Marktplatz. Unter dem Motto „Europa in Bewegung“ soll zunächst die Lebenssituation von LSBTI* in den Ländern Europas vorgestellt werden. Höhepunkt ist wie jedes Jahr um 17.05 Uhr der Rainbowflash vor dem Ratshof.

Mit den gezielten Aktionen in Halle und Magdeburg möchte die LSBTI*-Community nicht nur ein Zeichen setzen, sondern fordert zugleich den verfassungsmäßigen Schutz vor Diskriminierungen durch Ergänzung des Merkmals „sexuelle Identität“ im Grundgesetz und in der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt, den Abbau von Vorurteilen und Homophobie weiter voranzubringen und die Antidiskriminierungsarbeit der Vereine verstärkt zu unterstützen.

„Immer noch werden Homosexuelle verfolgt, inhaftiert, sogar hingerichtet. Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gehören keineswegs der Vergangenheit an: Trotz Streichung des §175 im Jahre 1994, Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in Deutschland keineswegs selbstverständlich“, so Grit Merker vom Landesvorstand des LSVD Sachsen-Anhalt.

Gabriel Rücker vom Jugendtreff „COME IN“ des LSVD ergänzt: „In anderen Ländern verhallt der Ruf nach Akzeptanz gänzlich ungehört, Homosexualität wird gar als Straftat verfolgt. Die antihomosexuelle Verfolgungswelle in Tschetschenien ist ein weiteres dramatisches Kapitel in diesem Zusammenhang. Die Bundesregierung sollte russische bzw. tschetschenische Menschenrechtsorganisationen kontaktieren, bei der Rettung von Verfolgten helfen und sie ggf. auch finanziell unterstützen, sowie Verfolgten eine Aufnahme nach § 22, 23 AufenthG anbieten.“

Hintergrund zum IDAHO bzw. IDAHOT:

Seit über 12 Jahren wird der 17.05. überall auf der Welt als Aktionstag, dem sogenannten IDAHOT (International Day Against Homophobia, Transphobia, und Biphobia) begangen. Der IDAHOT liegt im Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 17. Mai 1990, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu klassifizieren und aus dem ICD-10 zu streichen. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) nehmen diesen Tag zum Anlass, um auf die Diskriminierung und Verfolgung queerer und nichtheteronormativer Menschen hier und im Rest der Welt aufmerksam zu machen.

Die aktuelle Terminübersicht für die Monate Mai und Juni kann ab sofort unter sachsen-anhalt.lsvd.de/download/termine2017-05.pdf angesehen und heruntergeladen werden.

Besonders möchten wir auf die Enthüllung der Gedenktafel für Dr. Magnus Hirschfeld am 14. Mai um 11 Uhr am Ulrichshaus hinweisen. Dazu hat die Landeshauptstadt Magdeburg zusammen mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Die öffentliche Enthüllung der Gedenktafel für Dr. Magnus Hirschfeld findet am 14. Mai, um 11 Uhr am Ulrichshaus, Ecke Breiter Weg/Ernst-Reuter-Allee statt. Die Enthüllung wird durch den Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Prof. Dr. Matthias Puhle vorgenommen. Grußworte werden durch den Geschäftsführenden Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) in Berlin, Jörg Litwinschuh und durch den Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e. V., Ralf Dose überbracht.

Hintergrundinformationen zu Magnus Hirschfeld:

http://www.mh-stiftung.de/80jahre/

http://mh-stiftung.de/biografien/magnus-hirschfeld/

Copyright © COME IN & queerblick

Am 05. und 06. November 2016 war es wieder soweit: Falk Steinborn vom Verein Queerblick war wieder bei uns in Magdeburg und hat einen weiteren Kurzfilmworkshop durchgeführt. Nachdem Falk nach einer kurzen Vorstellungsrunde uns kennen gelernt hatte, ging es direkt in die direkte Planung unseres Kurzfilmes. Da die meisten Filme von Jugendgruppen bei Queerblick eher bedrückender sind, siehe z.B. unseren Kurzfilm „Du Schwuchtel“ aus dem Jahre 2013, wollten wir einen Film machen, der auch ein schönes positives Ende hat. Also kamen wir auf die Lovestory rund um David (Johannes Adam) und Sam (Noah Hutchins). Diese Idee bauten wir dann den ganzen restlichen Tag aus und planten alles, was zu einem Film dazu gehört: Mögliche Drehorte, das Drehbuch, Dialoge, weitere Rollen, usw. Am gleichen Abend gab uns Falk noch eine Einführung, wie man die Technik richtig bedient.

Am zweiten Tag stiegen wir dann in den praktischen Teil des Filmmachens ein. Früh am Morgen drehten wir die Szenen von David beim Schreiben, die Streitszene sowie die Kussszene zwischen David und Sam auf dem Bett in der Wohnung von Robert. Nach dem wir diese Innenszenen im Kasten hatten, machten wir uns auf ans Elbufer unter die Hubbrücke und drehten die Szene auf der Schaukel. Anders als in der Wohnung von Robert, die ja ein Abgeschlossener Raum ist, kamen natürlich Personen am Set vorbei, die Fragen hatten, was wir drehten, aber auch dafür sorgten, dass wir manche Einstellungen mehrfach drehen mussten. Als wir nun die eine Szene aus 3 Blickwickeln gefühlt 1000-mal abgedreht hatten, wechselten wir ans andere Elbufer an die Elbterrassen. Dort drehten wir im Regen, der gut in die Stimmung passte, die Szene, in der Sam den Brief von David liest und David von hinten an Sam heran tritt. Wie man feststellt haben wir die Szenen nicht chronologisch abgedreht. Nach den Einstellungen am Ufer ging es zurück ins Warme, und zwar ins Regenbogencafé. Dort angekommen räumten wir uns das Café so um, dass wir das perfekte Set für unsere Kennenlernszene in unserem Jugendtreff hatten. Nach dem diese abgedreht war, drehten wir noch die Kaufszene vor dem Café in einer Hofeinfahrt mit dem Käufer (Maximilian Pech) und dem homophoben Bruder (Gabriel Rücker) und nahmen die Off-Stimme von David auf. Nach all diesen Szenen waren wir nun fertig mit dem Drehen des Filmes und Falk gab uns noch einen kurzen Einblick in den Schnitt des Videomaterials. Den Workshop beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen in unserem Café.

Das Ergebnis dieser zwei sehr produktiven Tage könnt ihr euch nun selber anschauen. In der Folgezeit zwischen Dreh des Filmes und Fertigstellung sind wir von COME IN auf die Idee gekommen, Extras zum Film alleine zu produzieren. Durch diese Arbeit ist unser Nebenprojekt GOQUEER.TV entstanden, das sich nun auch nach dem Film weiter mit dem Produzieren von Inhalten für unseren YouTube-Channel beschäftigt.

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Wir haben einen Aufruf von UFA erhalten, den wir euch hiermit weiterreichen wollen:

Wir sind zurzeit mitten in der Produktion für eine neue Jugendserie für Funk (das junge Angebot von ARD und ZDF), die auf Snapchat und Instagram erzählt wird. Wir erzählen die Geschichte von Glyn, einer 16 jahre alten nonbinären Hauptfigur, die nach einem Schulwechsel in ein neues Internat kommt. Im Laufe der Geschichte lernt Glyn neue Freund*innen und auch Feind*innen kennen – aber vor allem sich selbst. Gedreht werden sollen die fünf ersten Pilotfolgen vom 24. bis 26.3. oder vom 31. bis 2.4. in einer Berliner Schule.

Uns ist wichtig, dass wir Glyns Geschichte aus der richtigen Perspektive erzählen und Glyn als eine für nonbinäre, jugendliche empowernde Figur zu zeigen. Unser queeres Team ist auf eure Website gestoßen und wir könnten uns gut vorstellen, dass es bei euch Interessent*innen für die Hauptrolle GLYN geben könnte. Wir würden uns freuen, wenn ihr diesen Aufruf an eure Mitglieder weiterleiten könntet:

Nonbinäre Hauptdarsteller*in für Instagram-Serie gesucht!

Wir suchen Dich für unsere Instagram-Snapchatserie GLYN. Du bist nonbinär, würdest dich als genderqueer/fluid oder trans* bezeichnen? Dann suchen wir Dich!

Die Jugendserie GLYN wird im Hochformat auf dem Handy gedreht und startet mit Glyns erstem Tag im Internat. Glyn bezeichnet sich selbst als nonbinär und will sich nicht in die Schubladen von männlich oder weiblich stecken lassen. Glyn’s erster Schultag ist ein Neuanfang und zum Glück gibt es Jana, Glyns zukünftige beste Freundin, die mit Glyn die ersten Schritte in die neue Welt macht und alles auf Instagram festhält. Da in Janas Leben ihrer Meinung nach nicht so viel passiert, gibt sie Glyn ihr Phone um alles Neue zu dokumentieren. Glyn begibt sich auf eine spannende Reise und begegnet in der neuen Klasse z.B dem Klassenschwarm Ezra, der coolen Kat und muss sich manchmal auch mit der Klassensprecherin Melody rumschlagen.

Glyn dokumentiert die Ereignisse ungefiltert auf Instagram Stories und auf Snapchat, reflektiert unverfälscht und in Momenten über das Leben eines nonbinären Teenagers.

Du bist zwischen 16 und 23 Jahre alt und hast vielleicht auch schon erste Schauspielerfahrungen gesammelt? Dann schick uns gleich ein Hochkant-Video von Dir in dem Du dich kurz vorstellst und uns verrätst warum du denkst, dass du die perfekte Besetzung bist, um Glyn zu spielen.

Schicke das Video an den Producer unserer Serie julian.fricker@ufa.de mit Kontaktdaten und deiner Telefonnummer und wir melden uns so schnell wie möglich und laden dich im besten Falle für ein Kennenlernen in Berlin ein. Gedreht werden soll bereits drei Tage Ende März (24-26.3. oder 31.3.-2.4.) und dann mit Option für weitere Drehtage in den Sommerferien 2017. Wir freuen uns von Dir zu hören!

Liebe Grüße das Team GLYN

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