news-mddAuf der Meile der Demokratie am 14. Januar auf dem Magdeburger Breiten Weg nisteten wir uns im Stand des LSVD Sachsen-Anhalt, der AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord und des CSD Magdeburg e.V. ein, um uns bekannter zu machen und um zu erfahren, was die Leute von unserer Plakatkampagne halten. Nachdem uns anfangs das Zelt mehrfach fast weggeflogen ist, machten sich Robert und Andreas auf den Weg, die Leute zu befragen. Heraus kamen interessante, erwartete, überraschende und auch lustige Statements.

Unsere beiden Interviewer schienen bei ihrer Tour viel Spaß zu haben und erlebten noch mehr. Laufend sahen sie sich mit Äpfeln konfrontiert, schlossen Bekanntschaft mit einem komplett pinken Schal und an einem Stand wurden sie prompt dazu eingeladen, spielerisch Nazis zu bannen (mit so genannten Bannringen, die zielgenau geworfen werden mussten) und gegen Rechts zu kegeln. Die quaderförmigen Kegel erwiesen sich jedoch als hartnäckig (wie Nazis halt so sind). Der Ball hatte lustige Sprungeigenschaften und landete natürlich im Rosenbusch. Aua.

Dann war da noch die Frau mit einem Lautsprecher in ihrer Handtasche und eine Ampel, die immer wieder auf rot geschaltet hat, wenn die beiden über die Straße wollten. Von der Nazidemo, die in der Nordhälfte der Stadt und über den Uniplatz verlief, haben sie auf der Meile allerdings nicht viel mitbekommen. Das große Polizeiaufgebot am Uniplatz beeindruckte aber und in den LSVD, der ja direkt am Platz liegt, kam man, wenn überhaupt, nur über Umwege.

Aber warum fand nun die Meile der Demokratie statt und warum kamen über 1.000 Nazis nach Magdeburg?
Im zweiten Weltkrieg, genauer gesagt am 16.01.1945 wurde die Stadt Magdeburg von Alliierten in Schutt und Asche gelegt. Diesen Trauertag nutzen Nazis aus, um mit Demonstrationen für ihre Ideologie zu werben. Doch es gibt Gegenbewegungen: Die Meile der Demokratie fand dieses Jahr schon zum 4. Mal statt und blockiert den Breiten Weg, sodass die Nazis nicht durch die Innenstadt laufen können. Hier wird also ein Zeichen für Demokratie gesetzt und für ein tolerantes Miteinander – für eine Atmosphäre, wie wir sie auch für uns brauchen, denn in den Konzentrationslagern der Nazis wurden damals tausende homosexueller Männer hingerichtet.

Hier ist das Resultat der Interviews:
HiO-MdD-Interviews by liontraffic

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