Buch des Monats (November): Jan Stressenreuter – Aus Wut

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Im Café des LSVD gibt es eine Bibliothekt, in der sich über die Jahre zahlreiche LesBiSchwul*e Bücher angesammelt haben – Belletristik wie auch Sachliteratur. Aber wer kennt die Bibliothek überhaupt? Um sie etwas bekannter zu machen, stellen wir nun monatlich unser „Buch des Monats“ vor – gelesen von ComeIN’lern für euch. Den Anfang macht der dritte Teil der Krimiserie von Jan Stressenreuter:

Jan Stressenreuter: „Aus Wut“

Eine brutale Mordserie erschüttert Köln. Der Täter ist ein Profi und hinterlässt keine Spuren, allein durch Post-it-Notizen lässt er vermuten, dass er auf einem Rachefeldzug ist und noch weitere Morde folgen werden, die Kommissare des MK3 um Kommissarin Maria Plasberg tappen völlig im Dunkeln. Kommissar Torsten Brinkhoff ist von seinen verheerenden Verstrickungen im Abschluss des letzten Falls psychisch angeschlagen und die blutige Präsentation der Leichen lässt selbst die kratzbürstige Kommissarin Plasberg nicht unberührt. Der Polizeipräsident schaltet sich ein und der politische Druck lässt die Polizei auf Hochtouren ermitteln, was die Qualität der Ermittlungen einzuschränken droht.

Daneben haben beide Hauptcharaktere auch mit privaten Problemen zu kämpfen: die alleinerziehende Plasberg muss nicht nur damit zurechtkommen, dass ihre Kinder ihre Mutter selten sehen und viel auf sich allein gestellt sind, sondern auch wiedermal die Verwicklungen der Mordfälle hautnah mitbekommen, und der gerade mit seinem Freund zusammengezogene Brinkhoff merkt, wie die Beziehung unter den unwägbaren Arbeitszeiten, die sein Beruf zwangsläufig mit sich bringt, zu zerbrechen scheint.

In Plasbergs drittem Fall prasselt ein kontinuierliches Trommelfeuer von Ereignissen, wie es Brinkhoff überaus treffend erscheint, auf die Mitarbeiter des MK3 ein und Stressenreuter schafft, den Leser in diesen Rausch mit hinein zu ziehen. Kaum gelingt es, das Buch zur Seite zu legen. Durch einen der chronologisch berichteten Ermittlung beigefügten zweiten Erzählstrang, dessen Bedeutung sich erst am Schluss erschließt, wird die Spannung zusätzlich gesteigert, doch dabei lässt vor allem der aus den früheren Episoden bekannte zynische Witz Plasbergs die Geschichte nicht allzu düster werden und lockert die Brutalität der Morde angenehm auf.

Der 2011 im QuerVerlag veröffentlichte Roman ist ein Muss für jeden Krimifan und das beste Mittel gegen die Melancholie des Herbstnebels (oder auch die Langeweile beim Spätsommerlichen Sonnenbaden).

Mia Maulwurf

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