WEEKLY (KW 2)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY (oder MONTHLY, oops….) – eurer queeren Wochenübersicht!
Die Feiertage sind nun vorüber, alle grippalen Infekte sind ausgesessen und was heißt das? Wir starten mit neuem Elan und das nicht nur ins neue Jahrzehnt, sondern auch in eine neue Ausgabe der WEEKLY.
Es ist wieder viel passiert – fangen wir also gleich an!

Zu Beginn haben wir das Coming-Out der Woche: Jiae, ein koreanisches Idol der mittlerweile aufgelösten Girlgroup WASSUP, hat sich vor einigen Tagen auf Instagram als bisexuell geoutet!

Auf Stan Twitter gehen gerade zwei Screenshots ihrer letzten Instagram Stories viral, in denen sie erklärt “I love man (sic!) And.. Women | Can you understand?”. Im nächsten Bild sieht man die Sängerin lächelnd am Boden hocken, während über ihr die Worte “I have a lovely girlfriend So ..! Happy :)” schweben.

Jiae ist damit eine der wenigen koreanischen Idols, die sich in den letzten Jahren als Teil der LGBTIQ+ Community geoutet haben.

Und da wir bei asiatischer Repräsentation der LGBTIQ+ Community bleiben, möchte ich euch einen heißen Tipp verraten: dieses Jahr wird “The Half Of It” auf Netflix kommen.

Hierbei handelt es sich um eine romantische Komödie, bei der der Nerd Ellie angeheuert wird, dem Sportler Paul zu helfen, das beliebteste Mädchen der Schule (Aster) klarzumachen. Allerdings kommt dieser ungewöhnlichen Freundschaft eines in die Quere: Ellie hat ebenfalls Gefühle für Aster.

Gespielt wird Ellie von Leah Lewis, während Aster von Alexxis Lemire gespielt wird. Damit sind die beiden nicht nur Vorreiter für eine wunderschöne Liebesgeschichte, in der zwei Frauen die Rolle spielen, sondern auch einer der wenigen queeren asiatisch-latinix Pärchen, die bislang über den Bildschirm flimmern.

Einen Starttermin gibt es für “The Half Of It” noch nicht; sobald dieser allerdings verkündet wird, werdet ihr es hier zu aller erst lesen! 😉

Romantisch wurde es auch in Russland, denn in Kasan haben sich zwei trans Personen das Ja-Wort gegeben. Geschehen war das ganze schon im Dezember, doch erst jetzt macht es im russischen und europäischen Raum Schlagzeilen.

In einem YouTube, das von ihrer Hochzeit handelt, erklären sie auch, dass sie einige Monate vor der Hochzeit ihre Personenstandsänderung erreicht haben und vom Standesamt in Kasan “ganz normal behandelt” worden seien. Auch das Ehezertifikat sei richtig ausgestellt worden – was in Russland auch durchaus hätte schief gehen können, wenn man bedenkt, wie queerfeindlich das Land größtenteils doch ist.

Dem frisch vermählten Ehepaar wünschen wir von WEEKLY alles Gute für die Zukunft!

Halbwegs positives für trans Personen lässt sich auch aus Pakistan vermelden: Zu Anfang des Jahres wurde ein Gesetz bestimmt, bei dem trans Personen eine Krankenkarte zugesprochen wurde, um so die medizinische Versorgung absichern zu können.

Warum halbwegs positiv? Das ganze Problem an der Sache ist, dass trans Menschen jetzt eine Krankenkarte bekommen, dort aber nicht ihr Geschlecht eingetragen wird, sondern “trans” als dritte Geschlechtsoption angekreuzt werden muss. Hintergrund dieser Aktion ist die Tatsache, dass vielen trans Menschen in Pakistan eine medizinische Versorgung verwehrt wird, da Mediziner*innen nicht “wusste, in welchem gegenderten Trakt die Patient*innen zu behandeln seien” und deshalb Personen keine bis unzureichende medizinische Versorgung erhalten haben.

Gemeldet wurde auch, dass durch die Krankenkarte nun die Möglichkeit bestünde, medizinische Eingriffe wie Mastektomien oder Hormonbehandlungen über die Krankenversicherung abrechnen zu lassen – aus den Berichten über die Gesetzänderung ist das allerdings nicht 100%-ig klar geworden.

Kommen wir wieder zurück nach Europa: Die Uni Freiburg (Schweiz) hat eine queerfeindliche Dozentin, die Konversionstherapie in ihren “Katholische Sexualethik”-Seminaren angepriesen hat, rausgeschmissen.

Die Gute war der Meinung, dass Homosexuelle “krank” und von Traumata durchfressen seien, weswegen sie Adressen von “Therapiezentren”, in denen queere Personen zu Cishets umgepolt werden können, in ihren Seminaren empfohlen hatte. Bekannt war das Problem allerdings schon länger, denn bereits letzten Oktober gab es die ersten Proteste gegen jene Dozentin.

Die Tatsache, dass die Uni Freiburg damit argumentiert, dass die dem “Grundsatz der Nichtdiskriminierung verpflichtet sei” klingt allerdings eher danach, dass die Uni einen Shitstorm fürchtete und die Dozentin nicht nur deswegen rausschmissen, weil die queerfeindliche Propaganda verbreitet hat.

Seis wies ist: Zum neuen Semester wird es einen neuen Dozenten geben. Spannend bleibts, ob dieser dieselbe Scheiße reproduziert oder zu einem offeneren Weltbild bereit ist.

Und zu guter letzt noch einen Hinweis für alle Manga-Fans unter euch:

Der letzte Band der Serie “Der Mann meines Bruders” ist erschienen. Im Manga geht es um die Abenteuer des Kanadiers Mike, der den alleinerziehenden Zwillingsbruder seines verstorbenen Mannes in Japan besucht. Der Manga hat mittlerweile auch eine Dramaadaption bekommen und wird von Kritiker*innen vor allem für den offenen Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe wie dem Erzählen von familiärer Liebe gelobt.

Und das wars erstmal von der WEEKLY für diese Woche!

Bis zum nächsten Mal,

Autor*in

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