WEEKLY (KW 24)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zur WEEKLY, eurer queeren Nachrichtenübersicht.

Wir beginnen unseren heutigen Eintrag mit einem lauten Happy Pride für alle, die demiromantisch und/oder demisexuell sind, denn heute ist Demi Day! 🎉

Für alle, die von demiromantisch/demisexuell heute zum ersten Mal hören: Demiromantisch/demisexuell bedeutet, erst nach dem Aufbau einer tiefen emotionalen Bindung zu einer (oder mehreren Personen, wenn man polyamorös ist) Person eine romantische oder sexuelle Anziehung zu empfinden. Manche würde das ganze auch als “(Name des*der Partner*in(nen))-sexuell” bezeichnen.

Auch die anderen Tage des Pride Months sind queeren Identitäten zugeordnet. Wann euer Tag bzw. eure Tage sind, seht ihr hier:

Fangen wir nun also mit den dieswöchigen Nachrichten an!

In Berlin wurden zufällig ausgewählte Lehrkräfte zu deren Wissen um LSBTIAAPQ+ sowie ihr Wissen um queere Schüler_innen gefragt. Nicht sonderlich verwunderlich war, dass nur 38% der Lehrkräfte um offen lesbisch, schwule oder bisexuelle Schüler_innen an ihrer Schule wussten. Bei trans und inter Schüler_innen lagen die Werte noch deutlich tiefer.

Leider zeigte sich auch, dass Lehrkräfte LSBTIAAPQ+ Thematiken kaum im Unterricht behandelte, Materialien zum Thema verwendeten oder gar Beispiele erwähnten, in denen queere Lebenswelten vorkamen. Trans- und Intergeschlechtlichkeit wurden dabei nicht nur kaum thematisiert; mehr als die Hälfte der Lehrkräfte konnte nicht einmal die passendste Definition für Trans- oder Intergeschlechtlichkeit in der Umfrage benennen.

Die befragten queeren Jugendliche wünschten sich mehr Aufklärung, aber auch ein schnelleres Einschreiten, wenn es um Diskriminierung und identitätsbezogenes Mobbing geht.

Ebenfalls in Berlin versucht nun die Bundestagsfraktion der Grünen ein Selbstbestimmungsgesetz für trans und inter Menschen durchzuboxen.

© stock.adobe.com | Oleksii

Nachdem zuletzt das PStG um den diversen Geschlechtseintrag definitiv für trans und abinäre Menschen gesperrt wurde, hoffen die Grünen mit ihrem neuen Gesetzentwurf die “Menschenrechtsverletzungen an trans- und intergeschlechtlichen Personen” in Deutschland zu beenden. Im neuen Gesetzentwurf soll nicht nur die Personenstandsänderung vereinfacht werden, sondern auch geschlechtszuweisende Operationen bis zum Alter von 14 Jahren verboten und die Diskriminierung trans Eltern bei Geburtsurkunden beendet werden.

Aufgrund der in Deutschland aktuell herrschenden Stimmung kann aber davon ausgegangen werden, dass der Gesetzentwurf der Grünen leider nicht sonderlich weit kommen wird.

Schauen wir nun mal eben nach Amerika.

Während die Proteste um die Black Lives Matter-Bewegung nicht abreißen, werden zudem noch die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren beschnitten. Im aktuellen Fall hat die Stadt Philadelphia ihren Vertrag mit einer katholischen Adoptions- und Pflegeagentur gekündigt, nachdem diese sich weigerte, gleichgeschlechtliche Pflegeeltern zu registrieren. Bislang hatte die Agentur vor Gericht verloren, doch Catholic Social Services gibt sich offenbar nicht so schnell geschlagen.

Die Agentur behauptet nun vor dem Supreme Court, die Stadt habe das Unternehmen mit der Verpflichtung zur Nicht-Diskriminierung diskriminiert (ja, richtig gehört …) und in ihrer Religionsausübung verletzt.

Es scheint so, als können wir alle lange drauf warten, dass sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen endlich aufhören, ihre menschenfeindlichen Ansichten mit ihrer Religion zu verteidigen.

Und wenn wir schon beim Thema Religion und Diskriminierung sind, können wir auch mal eben zu unseren Nachbar_innen in Polen schauen.

Wie bereits berichtet gibt es dort immer mehr “LGBT-freie Zonen”.

Das jedoch lässt sich die EU hoffentlich nicht mehr lange bieten, denn die sogenannten “LGBT-freien Zonen” könnten schon bald Fördermittel-frei werden. Die EU-Kommission hat in einem Schreiben an die Einhaltung von Grundrechten erinnert, was unter anderem auch bedeutete, dass vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekte in Polen nicht aufgrund der sexuell-romantischen Identität und/oder Geschlechtsidentität diskriminieren dürfen.

Traurigerweise hat bislang keine Zone ihren Beschluss bzgl. der Einschätzung als “LGBT-freie Zone” zurückgenommen – trotz möglicherweise bald fehlender finanzieller Unterstützung der jeweiligen Ortschaften.

Unser Coming-Out der Woche ist übrigens Lili Reinhart.

Im oberen Teil des Bildes sieht man die Regenbogenflagge sowie die trans Flagge, in der eine Faust in hell- bis dunkelbrauen Nuancen abgebildet ist. Über dieser Faust steht die Beschreibung zu einem Black Lives Matter Protest. Im unteren Teil steht in weißer Schrift auf braunem Hintergrund
© instagram | lilireinhart

Die Schauspielerin, die ihr als vielleicht als Betty Cooper in der Serie Riverdale kennt, hat sich – im Rahmen eines Aufrufs zum Black Lives Matter Protest in Santa Montica – in ihrer Instagramstory als bisexuell geoutet.

Der eigentliche Post, den sie geteilt hatte, sprach von der solidarischen Unterstützung von LGBTQ+ Personen, die sich in Santa Monica & La Cienega versammeln sollten. Hinzugefügt hatte sie “Auch wenn ich es zuvor nie öffentlich gesagt hatte, so bin ich doch eine stolze, bisexuelle Frau und werde bei dem Protest dabei sein” (Engl.: Although I’ve never announced it publicly before, I am a proud bisexual woman. And I will be joining this protest today. Come join ♥)

Mit diesem Kurzüberblick verabschiede ich mich bis zur nächsten Woche.

Passt gut auf euch auf!

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