Lesbische Transfrauen

Mitglieder der LGBT*Community haben seit je mit Ausgrenzung, Ablehnung und Diskriminierungzu kämpfen – und augenscheinlich auch zunehmend auch untereinander.

Und tatsächlich: durchstreift man die Untiefen der sozialen Medien, trifft man immer öfter auf bi, – poly/pan, – oder trans*phobe Kommentare von anderen LGBTQlern. Auch die lesbische Szene scheint betroffen; vor allem im Bezug auf lesbische Transfrauen.So sei es laut verschiedenen Kommentaren lesbophob zu behaupten (präoperative) Transfrauen als lesbisch zu bezeichnen. Doch was in Deutschland noch milde ausfällt, findet in den USA ihr Extrem: Die „Pussy church of modern witchcraft“ fällt regelmäßig mit transphoben Aktionen und Kommentaren auf – seitens einer lesbischen Kirchengemeinschaft. Doch wie sieht die aktuelle Situation in Deutschland tatsächlich aus? Machen Transfrauen auch bei uns derartige Erfahrungen? Wie sieht der Alltag lesbischer Transfrauen hierzulande wirklich aus?

Leonore* ist 24 Jahre alt und trans*. Sie hat sich dazu bereit erklärt, mit ihr über ihre Erfahrungen in der lesbischen Szene zu reden und zieht schnell ein Fazit: Die Akzeptanz von Transfrauen in lesbischen Beziehungsmodellen ist in ihren Augen sehr gering – ihrer Meinung nach auch aufgrund der Ansicht vieler Frauen, das lesbisch sein das Vorhandensein einer Vagina und Brüste vorraussetzt, und das am besten von Geburt an.

Persönliches Dating konnte sie bisher nicht erleben – zu einem Treffen sei es nie gekommen. Auch in verschiedenen Datingportalen habe sie nie Glück gehabt, im Gegenteil. Sie sei hauptsächlich auf negative Reaktionen gestoßen, Aussagen wie „Ihhh, du bist ja Fake.“ oder „Mit Penis bist du ja gar kein Girl!!! Ich stehe nur auf Frauen, sorry.“  Anchließend wurde sie häufig blockiert. Leonore geht davon aus, das auch die Gesellschaft einen Teil zu diesen Ansichten beiträgt, Menschen, die Ansichten wie diese verbreiten und immer populärer machen. Sie stellt auch klar, dass sowohl das Geschlecht als auch die Sexualtät nicht von dem abhängt, was  ein Mensch zwischen seinen oder ihren Beinen hat, sondern der Identifikation einer Person.

Leonore`s Erfahrungen sind kein Einzelfall, aber auch keinesfalls zu generalisieren. Aber sie zeigt eine Entwicklung, der wir kritisch entgegentreten sollten; der Spaltung einer Masse der Vielfalt.

Was bleibt zu sagen?
Wir Leben in einer Welt der Spaltung, in der Einheit und Zusammenhalt wichtiger wird denn je, für uns alle, aber besonders für Mitglieder der LGBT*Community, die, die in unserer Zeit auch ohne interne Uneinigkeit unter stetiger Diskriminierung zu leiden haben, diejenigen, diejenigen, die in ihrem Alltag oft genug zu leiden haben. Wir sollten alle zusammen, Hand in Hand, um zu erhalten was uns bleibt. Die Kraft einer Gemeinschaft.

Niemand hat das Recht, die Identität, das Fühlen und Sein einer Personen zu bewerten oder sogar anzuzweifeln; und daran sollten wir festhalten- An den Werten die uns einen, nicht die, die uns trennen.

 Caya

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