Ein Statement

Am 25.04.2026 wurde versucht Andreas Bösener als schwulen Mann und zugleich als Mitarbeiter des ZfsG sowie Vorstandsmitglied des LSVD+ Sachsen-Anhalt von der Demonstration des CSD in Schönebeck auszuschließen. Dieser Ausschlussversuch erfolgte über die Demoleitung, konkret durch Falko Jentsch, übermittelt durch eine dritte Person. Verhindert werden konnte dies nur durch das Eingreifen der Polizei. (Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Website und in den Social-Media-Kanälen des @ZfsGmd.)

Das ist bei weitem nicht alles, denn bereits Tage zuvor wurde uns als LSVD Sachsen-Anhalt die Standerlaubnis für den CSD in Schönebeck und in CSD Dessau-Roßlau verweigert, wiederum durch Falko Jentsch.

2023 fand dies zum ersten Mal statt, jedenfalls in Schönebeck. Dem LSVD Sachsen-Anhalt wurde vom CSD Magdeburg e.V., der damals der Veranstalter war, die Teilnahme am CSD-Straßenfest in Schönebeck verwehrt. Auch bei der Teilnahme an die CSD-Straßenfeste in Magdeburg 2021 und 2022 gab es enorme Probleme.

Was hier auf dem Spiel steht.

Es geht um eine grundsätzliche Frage: Wer entscheidet eigentlich darüber, wer Teil der Community sein darf – und wer nicht? Sind es transparente Kriterien, nachvollziehbare Entscheidungen oder sind es einzelne Personen und gewachsene Machtstrukturen, die bestimmen, welche Menschen und Organisationen sichtbar sein dürfen und welche nicht?

Für uns taucht ein Name immer wieder auf: Falko Jentsch, derzeit Vorstandsmitglied in mehreren CSD-Vereinen in Sachsen-Anhalt.

Wir erleben seit Jahren, dass Kritik an seinem Handeln kaum Raum bekommt. Andere Perspektiven werden abgewehrt, diskreditiert, aus Veranstaltungen gedrängt. Auch kritische Kommentare auf den CSD-Socials werden gelöscht und unliebsame User werden gesperrt. Es entsteht der Eindruck, dass nur eine bestimmte Meinung akzeptiert wird und andere Stimmen möglichst leise bleiben sollen.

Doch genau das widerspricht dem ursprünglichen Gedanken eines CSDs. CSDs sind historisch Orte des Widerstands, der Gemeinschaft, der Vielfalt und der Solidarität. Sie leben davon, dass unterschiedliche Stimmen sichtbar sind, nicht davon, dass Sichtbarkeit kontrolliert oder gefiltert wird.

Was wir wollen.

Wir wollen keine einseitigen Dauerkonflikte. Wir wollen schlicht das, was selbstverständlich sein sollte: Sichtbar auf CSD-Straßenfeste sein. Und deshalb sagen wir heute klar: Wir werden nicht länger akzeptieren, dass Machtspielchen auf dem Rücken der Community ausgetragen werden.

Dafür werden wir weiterhin laut bleiben. Für Menschen, die Unterstützung brauchen.
Für Menschen, die sonst überhört werden. Und für eine echten Zusammenhalt der Community, in der keine einzelne Person oder keine einzelne Organisation das Recht haben sollte zu entscheiden, wer dazugehört und wer nicht.

Denn: #CSDsindWirAlle