Queere Geschichten sind auf dem Buchmarkt noch immer unterrepräsentiert. Umso wichtiger sind Räume, in denen Literatur mit queeren Perspektiven sichtbar wird. Genau das entsteht 2026 in Magdeburg: Mit der „Magdequeer“ findet erstmals eine queere Buchmesse in der Stadt statt.

Organisiert wird die eintägige Messe von den Autorinnen Karo Stein und Jessica Martin, die beide im Bereich Gay Romance schreiben, also Liebesgeschichten mit schwulen und queeren Protagonist*innen. Am 21. Februar 2026 präsentieren rund 25 Ausstellende Literatur mit queeren Charakteren aus unterschiedlichen Genres. Ergänzt wird das Programm durch Aktionen wie eine Fotobox sowie Infostände queerer Organisationen, darunter wir und das Zentrum für sexuelle Gesundheit.

Mehr Sichtbarkeit für queere Lebensrealitäten

Die Idee zur Messe entstand aus einer einfachen Beobachtung: Kleinere queere Buchmessen gibt es in Ostdeutschland kaum. Während etwa in Frankfurt am Main ein etabliertes Format existiert, fehlte ein vergleichbares Angebot in der Region. Das wollten die Veranstalterinnen ändern.

In ihren eigenen Büchern greifen sie neben Liebesgeschichten auch gesellschaftliche Themen auf. Etwa Coming Out, familiäre Akzeptanz oder den Umgang mit HIV. Literatur kann hier mehr sein als Unterhaltung: Sie schafft Identifikationsangebote, baut Vorurteile ab und ermöglicht Perspektivwechsel.

Gleichzeitig findet die Messe nicht im luftleeren Raum statt. Die aktuelle politische Stimmung und zunehmende queerfeindliche Vorfälle sorgen bei Karo und Jessica für eine gewisse Anspannung. Dennoch überwiegt der Wunsch, einen offenen, sicheren und positiven Ort zu schaffen.

Ihr Ziel ist klar: Sichtbarkeit stärken, Begegnungen ermöglichen und ein Zeichen für Vielfalt setzen. Queere Literatur erzählt von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, nichtbinären und weiteren Identitäten, kurz: von Lebensrealitäten jenseits heteronormativer Erwartungen.

Die wichtigsten Infos

  • Wann: Samstag, 21. Februar 2026 von 10 bis 18 Uhr
  • Wo: Bürgerhaus, Poststraße 17, Magdeburg-Alt-Olvenstedt
  • Der Eintritt ist frei.

Magdequeer will zeigen: Geschichten über queere Liebe gehören nicht an den Rand, sondern mitten ins Regal und mitten in die Gesellschaft.