Der Lesben-, Schwulen- & Queerpolitische Runde Tisch Sachsen-Anhalt (LSQpRT) hat die Parteien zur Landtagswahl 2026 zu zentralen queerpolitischen Themen befragt. Die Antworten zeigen deutliche Unterschiede.

Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Im Vorfeld hat der LSQpRT die Parteien gefragt, wie sie die Interessen und Lebensrealitäten queerer Menschen künftig politisch berücksichtigen wollen.

Die Wahlprüfsteine umfassen unter anderem die Themen Bildung, Regenbogenfamilien, Demokratie und Gleichstellung, Schutz vor queerfeindlicher Gewalt, Gesundheit sowie geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung.

Geantwortet haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE, die SPD, die FDP und die AfD. Die CDU Sachsen-Anhalt hat auf die Anfrage des LSQpRT nicht geantwortet.

Die Antworten machen deutlich, wie unterschiedlich die politischen Vorstellungen sind: Während sich Grüne, Linke und SPD grundsätzlich für eine Stärkung queerer Strukturen, eine bessere Verankerung queerer Lebensrealitäten in Bildung und Gesellschaft sowie den Schutz vor Diskriminierung aussprechen, setzt die FDP stärker auf bestehende Strukturen und deren regelmäßige Überprüfung. Die AfD lehnt eine weitergehende staatliche Unterstützung der queeren Community ab und spricht sich für die Abschaffung des Landesprogramms „Queer in Sachsen-Anhalt“ aus.

Auch beim Schutz queerer Veranstaltungen, bei der Anerkennung von Regenbogenfamilien und bei der Ergänzung des Artikels 3 des Grundgesetzes um den Schutz der sexuellen und geschlechtlichen Identität zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Parteien.

Die queerpolitischen Wahlprüfsteine bieten damit eine wichtige Orientierung für alle, die wissen möchten, welche Parteien sich für eine vielfältige, diskriminierungsfreie und sichere Gesellschaft einsetzen. Sie machen zugleich sichtbar, dass Errungenschaften und Unterstützungsangebote für queere Menschen nicht selbstverständlich sind, sondern politischen Rückhalt brauchen.

Der LSVD⁺ Sachsen-Anhalt begrüßt die Initiative des LSQpRT und die damit verbundene Möglichkeit, queerpolitische Positionen öffentlich vergleichbar zu machen. Wir laden dazu ein, die vollständigen Antworten der Parteien auf LSQpRT.de zu lesen und sie in die persönliche Wahlentscheidung einzubeziehen.

Zu den queerpolitischen Wahlprüfsteinen des LSQpRT:
Queerpolitische Wahlprüfsteine: Das sagen die Parteien