Die Sicherheit queerer Menschen in Sachsen-Anhalt darf keine Frage parteipolitischer Mehrheiten sein

LSVD⁺ Sachsen-Anhalt begrüßt neues Landesprogramm Queer und fordert langfristige Umsetzung

Der LSVD⁺ Sachsen-Anhalt begrüßt die Verabschiedung des neuen Landesprogramms Queer in Sachsen-Anhalt. Angesichts steigender queerfeindlicher Gewalt und zunehmender Bedrohungen gegen queere Menschen setzt das Programm ein starkes Signal, auf das nun schnelles und langfristiges Handeln folgen muss. Mit Blick auf die bevorstehende neue Legislaturperiode appelliert der Verband an alle Parteien, die Umsetzung des Landesprogramms konsequent fortzusetzen.

Queere Menschen erleben in Deutschland tagtäglich Diskriminierung, Anfeindungen und Gewalt. Die Zahl der polizeilich registrierten queerfeindlichen Straftaten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für das Jahr 2025 wurden bundesweit 2.377 queerfeindliche Straftaten erfasst. Fachleute gehen zugleich von einem erheblichen Dunkelfeld aus: Schätzungen zufolge werden 80 bis 90 Prozent der Vorfälle nicht angezeigt.

„Niemand sollte Angst haben müssen, auf dem Weg zur Arbeit, beim Besuch einer Veranstaltung oder vor der eigenen Wohnung Zielscheibe von Hass zu werden. Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt erkennt mit diesem Programm an, dass die Sicherheit queerer Menschen eine konkrete politische Aufgabe ist. Das ist ein starkes und wichtiges Signal. Jetzt kommt es darauf an, dass aus den angekündigten Maßnahmen auch konkrete Verbesserungen werden“, erklärt Andreas Bösener, Mitglied des Landesvorstandes des LSVD⁺ Sachsen-Anhalt.

Der Verband begrüßt insbesondere die im Landesprogramm vorgesehenen Maßnahmen zur Bekämpfung queerfeindlicher Gewalt, zur Stärkung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen sowie zur Verbesserung von Schutz- und Sicherheitskonzepten für queere Veranstaltungen und Einrichtungen. Der LSVD⁺ Sachsen-Anhalt verweist aber darauf, dass viele bestehende Angebote seit Jahren unter unsicheren Finanzierungsbedingungen arbeiten. Beratungsstellen, Präventionsprojekte und Community-Strukturen leisten unverzichtbare Arbeit für den Schutz und die Unterstützung queerer Menschen. Ihre langfristige Absicherung wird entscheidend dafür sein, ob das Landesprogramm seine Wirkung entfalten kann.

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